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Vegetarisches Essen: Viel Gemüse und Obst können Therapie aktiv unterstützen
Rheuma-Diät: Laktovegetabile Kost kann Beschwerden lindern

Gibt es eine Rheuma-Diät? Anscheinend ja. Zumindest zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass die richtige Ernährung helfen kann, Beschwerden zu lindern.

Nach Schatzungen der Deutschen Rheuma-Liga sind mindestens 15 % der Bevölkerung einmal im Jahr wegen rheumatischer Beschwerden in arztlicher Behandlung, 1 % wegen einer entzündlichen rheumatischen Krankheit und je 3 % wegen Arthrosen oder weichteilrheumatischer Beschwerden. Die Zahl der Rheumakranken steigt vor allem in Industrieländern weiter an. Ursachen und Entstehung rheumatischer Erkrankungen sind sehr unterschiedlich und vielfach noch nicht geklärt. 

Es gibt daher nicht "die" Rheumaerkrankung und ebenfalls nicht "die" Rheuma-Diät. Allerdings haben wissenschaftliche Untersuchungen in den letzten Jahren gezeigt, dass zumindest die Beschwerden bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen (rheumatoide Arthritis) durch eine geeignete Ernährung gelindert und der Einsatz von Medikamenten reduziert werden kann. Schwellungen, Uberwarmung und Schmerzen konnen so nachlassen. Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen konnen ihre Therapie mit einer erganzten laktovegetabilen Kost aktiv unterstützen: "Grundlage bildet eine vegetarische Ernährung mit viel Gemüse und Obst, die täglich durch Milch und Milchprodukte und zweimal pro Woche durch Seefisch ergänzt wird. Dafur sollte der Konsum an fetten Fleisch-und Wurstsorten vermindert oder auch gemieden werden", so Dr. Eva Leschik-Bonnet von der Deutschen Gesellschaft fur Ernahrung e. V. (DGE).

Rheuma ist ein Sammelbegriff fur entzundliche und degenerative Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, mit andauernden oder wiederholt auftretenden Schmerzen in Gelenken, Knochen, Sehnen, Muskeln, Wirbelsaule oder Weichteilen. Ausgelost wird eine entzündliche rheumatische Erkrankung, wie der rheumatoiden Arthritis, durch einen immunologisch bedingten Prozess, der eine Entzündung hervorruft. Diese Entzündungen werden durch hormonahnliche Substanzen wie Eicosanoide und Cytokine gesteuert. Vor allem entzundungsfordernde Eicosanoide (Prostaglandine, Leukotriene) spielen eine wesentliche Rolle bei der
Gelenkentzündung, da sie Schmerzen, Schwellungen und Überwärmung
verursachen. Die Bildung der Eicosanoide lasst sich durch eine geeignete Ernährung beeinflussen.

Entzündungsforderne Eicosanoide werden aus Arachidonsäure gebildet, die nur im menschlichen und tierischen Organismus vorkommt, nicht aber in pflanzlichen Lebensmitteln. Wird weniger Arachidonsaure mit der Nahrung aufgenommen, so werden im Körper weniger entzündungsfördernde Eicosanoide gebildet. Besonders reich an Arachidonsäure sind Schweineschmalz mit 1700 mg pro 100 g Lebensmittel, Schweineleber mit 870 mg, Eigelb mit 300 mg oder Leberwurst mit 230 mg. Der Gehalt in Muskelfleisch von Schwein, Huhn, Rind oder Kalb liegt zwischen 120 mg und 53 mg.

Eine laktovegetabile Ernährung ist arm an Arachidonsäure. Diese Kost hat sich in zahlreichen kontrollierten Studien als hilfreich erwiesen. Zudem sollte die Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren sein, denn sie konkurrieren mit der Arachidonsäure um dasselbe Enzymsystem und können so die  Bildung der entzündungsfördernden Eicosanoide vermindern. Fischöle und Soja-, Raps-, Walnuss- und Leinöl enthalten besonders viele Omega-3-Fettsäuren. Weiterhin kann die Bildung von entzündungsauslosenden Substanzen durch die Zufuhr von Antioxidantien vermindert werden. Entzündliche Reaktionen im Körper sind oxidative Prozesse, bei denen verstärkt Antioxidantien wie Vitamin E, Vitamin C, beta-Carotin oder Selen benotigt werden.

Die DGE empfiehlt bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen
deshalb:

  • Meiden Sie fettreiche tierische Lebensmittel wie Schweineschmalz, Schweineleber, Eigelb oder fettreiche Fleisch- und Wurstsorten. Zwei Portionen Fleisch oder Wurst pro Woche sind ausreichend.
  • Verzehren Sie zweimal pro Woche Omega-3-Fettsaure-reichen Seefisch wie Makrele, Lachs und Hering.
  • Verwenden Sie Raps-, Soja-, Walnuss- und Leinöl, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind; Raps- und Sojaöl sind gute Quellen fur Vitamin E.
  • Essen Sie 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag, sie enthalten antioxidative Substanzen wie Vitamin C, beta-Carotin sowie weitere sekundäre Pflanzenstoffe.
  • Bevorzugen Sie fettarme Milch und Milchprodukte.
  • Nehmen Sie Antioxidantien und Mineralstoffe in isolierter Form (Tabletten, Pulver etc.) oder auch Fischölkapseln nur nach ärztlicher Verordnung ein.
  • Normalisieren Sie bei Übergewicht Ihr Gewicht,um die Gelenke zu entlasten. Bewegen Sie Ihre Gelenke regelmäßig, besonders gunstig sind gelenkschonende Sportarten wie Rad fahren oder Schwimmen.

WANC 10.10.03

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