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Pommes: Doch mit ruhigem Gewissen essen?
Acrylamid: Doch kein erhöhtes Krebsrisiko?

Alle Panikmache umsonst? Die beim starken Erhitzen von stärkehaltigen Lebensmitteln entstehende Chemikalie Acrylamid erhöht offensichtlich nicht das Krebsrisiko. Zumindest haben schwedische und US-amerikanische Wissenschaftler in einer Studie keinen Beleg dafür gefunden. Nach Aussagen der schwedischen Lebensmittelaufsicht benötigt man jedoch für endgültige Aussagen noch erheblich umfassendere Datenmengen als bislang verfügbar.

Für die Studie verglichen die Forscher das das Essverhalten von 987 Krebspatienten und 538 gesunden Probanden. Dabei zeigte sich, dass die mit der Nahrung aufgenommenen Acrylamid-Mengen offenbar nicht ausreichen, um das Risiko von Darm-, Nieren- oder Blasenkrebs zu erhöhen. Denn für die Entstehung dieser Krebsformen ist der Einfluss von Acrylamid am wahrscheinlichsten.

In bisherigen Tierversuchen sind laut Gunnar Steinbeck, dem schwedischen Versuchsleiters vom Stockholmer Karolinska Institut, sehr viel höhere Mengen Acrylamid verwandt worden als Menschen durch bestimmte Nahrungsmittel zu sich nehmen. Bei einer bereits 1995 begonnenen Untersuchungsreihe hätte sich sogar "leicht angedeutet", dass Acrylamid die Wahrscheinlichkeit für Darmkrebs vermindert. Mögliche Erklärung dafür: Lebensmittel, die viel Acrylamid enthalten, sind oft auch reich an Ballaststoffen und reduzieren somit das Krebsrisiko.

Die Untersuchung schließt nach Ansicht des amerikanischen Studienleiters Lorelei Mucci von der Harvard-Universität jedoch nicht aus, dass manche Lebensmittel mit extrem hohem Acrylamid-Gehalt zum Krebsrisiko beitragen könnten. Außerdem könne Acrylamid das Risiko bestimmter Nervenkrankheiten erhöhen. "Unter dem Strich liefert diese Studie jedoch vorläufige Hinweise darauf, dass es weniger Besorgnis erregend ist als gedacht."

WANC, 29.01.03

British Journal of Cancer

 
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