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Eine fett- und kohlenhydratreiche Ernährung kann Lebensjahre kosten (Foto: DAK/Wigger)
Fett- und kohlenhydratreiche Ernährung lässt kürzer leben

Viel Fett und viele Kohlenhydrate zu essen, ist ungesund. Die Kombination dieser beiden Nahrungsmittelbestandteile in größeren Mengen lässt die Lebenserwartung um 33 Prozent sinken. Dagegen vermindert fettreiches Futter mit einem hohen Eiweiß- aber geringem Kohlenhydratanteil die Lebenserwartung nur um sieben Prozent. Die Ernährungsweise, die das längste Leben verspricht, enthält viele Kohlenhydrate, viel Eiweiß und wenig Fett. Wichtig: Eine erhöhte Muskelaktivität – also viel Bewegung - kann die negativen Effekte einer fettreichen Ernährung kompensieren.

Weltweit steigt die Zahl krankhaft übergewichtiger Menschen. Dabei erhöht massives Übergewicht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmte Krebsarten, was mit einer verkürzten Lebenserwartung verbunden ist. Wissenschaftler versuchen schon seit einiger Zeit die Ernährungsweise zu finden, die am besten dazu geeignet ist, die Lebenserwartung zu erhöhen. Ergebnisse aus kontrollierten Langzeitstudien, in denen Menschen lebenslang eine vorgegebene Ernährungsweise verfolgen, gibt es nicht. Daher greifen Wissenschaftler auf Tiermodelle zurück, um ernährungsbedingte Langzeiteffekte in Bezug auf die Lebenserwartung zu untersuchen.

Die Wissenschaftler um Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) führten eine umfassende Studie an Mäusen durch. Dabei war eine der zwei untersuchten Mausgruppen genetisch so verändert, dass sie über ihre Muskulatur sehr viel Energie verbrauchte. Die andere Mausgruppe entsprach dem unveränderten Wildtyp. Ab der elften Lebenswoche erhielten die Mäuse bis zu ihrem natürlichen Ende eine von drei Futtermischungen, die hinsichtlich der Makronährstoff-Zusammensetzung variierte.

Am längsten lebten die Tiere, wenn sie fettarmes Futter bekamen. Die kürzeste Lebenserwartung (ca. 550 Tage) hatten die Mäuse, die schnell an Gewicht zulegten. Bei diesen handelte es sich um die Wildtyp-Tiere, welche die fett- und kohlenhydratreiche Kost verzehrten. Die Mäuse mit erhöhter Muskelaktivität nahmen unter derselben Ernährung zwar auch, aber etwas weniger und deutlich langsamer zu. Sie lebten durchschnittlich etwa 230 Tage länger.

Die zweite fettreiche Futtermischung mit viel Eiweiß und wenig Kohlenhydraten führte bei den Wildtyp-Mäusen zu ähnlichen Effekten, obwohl diese nicht ganz so stark und schnell zunahmen und auch wesentlich länger lebten, nämlich etwa 754 Tage. Dagegen nahmen die Mäuse, die viel Energie in ihren Muskeln verbrannten, unter dieser Kost nicht stärker zu und lebten genau so lange wie unter dem fettarmen Futter, nämlich circa 850 Tage.

Das belegt nach Ansicht der Wissenschaftler, „dass eine gesteigerte Muskelaktivität wesentlich dazu beitragen kann, die negativen Auswirkungen einer fettreichen Ernährung zu kompensieren“. Außerdem würden die Daten darauf hinweisen, „dass besonders eine schnelle Gewichtszunahme im jugendlichen Alter die Lebenszeit verkürzt“. Rät Klaus: „Würde man die Daten auf den Menschen übertragen, so sollten Menschen, die sich sehr fettreich ernähren, auf ausreichend Bewegung achten und besonders in jungen Jahren eine starke Gewichtszunahme vermeiden“.

WANC 15.12.10, Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE), Aging Cell (Keipert et al. 2010, DOI: 10.1111/j.1474-9726.2010.00648.x)

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