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Zu viel Fleisch und Alkohol lassen die Harnsäure steigen - und bewirken so das Entstehen von Gicht (Foto: DAK)
Gicht: Viel Fleisch und Alkohol sind häufigste Ursache

Wer Gicht hat, der merkt es. Denn die Entzündung ist so schmerzhaft, dass nicht nur das befallene Gelenk nicht mehr bewegt werden kann. Meist stellt sich auch ein allgemeines Unwohlseingefühl sogar mit Fieber und Kopfschmerz ein. Schuld an diesen Symptomen sind oft zu viel Fleisch und Alkohol, die zu einer zu hohen Konzentration von Harnsäure im Blut führt.

Harnsäure wird beim Abbau körpereigener Zellen, aber auch beim Abbau purinreicher Nahrungsmittel gebildet. Bei zuviel Harnsäure im Blut bilden sich kleine Harnsäurekristalle in den Gelenken. Körpereigene Fresszellen versuchen, die Harnsäurekristalle abzubauen. Die Kristalle bilden jedoch lange Nadeln, an denen die Fresszellen zerplatzen. Schließlich entzündet sich das Gelenk.

Typischerweise sind Gichtanfälle heftig und schmerzhaft, so dass das betroffene Gelenk nicht benutzt werden kann. Bei zwei Dritteln aller Gichtanfälle entzünden sich die Großzehengrundgelenke, aber auch andere Gelenke wie die Knie-, Ellenbogen- oder Sprunggelenke können betroffen sein. Die Schmerzen können sich auf benachbarte Gebiete ausdehnen. Begleitend können Symptome wie allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, erhöhter Puls, Kopfschmerzen auftreten.

Dann werden entzündungshemmende Medikamente, Schmerzmittel und eine gesteigerte Flüssigkeitszufuhr verordnet. Obwohl der Anfall von alleine wieder abklingt, ist der Gang zum Arzt unabdingbar. Jede Entzündung kann das Gelenk schädigen und sollte daher schnellstmöglich behandelt werden. Wenn ein Gelenk schon 2 oder 3 Gichtanfälle hinter sich hat, besteht die Gefahr einer chronischen Gicht. Die Schmerzattacken treten dann in immer kürzeren Zeitintervallen auf.

Übergewichtige Männer im mittleren und höheren Alter sind die typischen Gichtpatienten. Wer sich übermäßig fleischreich ernährt und alkoholische Getränke bevorzugt, der bekommt leichter einen Gichtanfall als Normalgewichtige. Oft liegt auch eine Veranlagung in der Familie vor. So wird bei angeborenen Stoffwechselstörungen oder verminderter Nierenfunktion die Harnsäure nicht in ausreichendem Maße vom Körper ausgeschieden.

Menschen, in deren Familie Gichtfälle vorgekommen sind, sollten einmal im Jahr ihren Harnsäurewert messen lassen. Auch wer länger fastet, muss auf seinen Harnsäurespiegel achten, da dieser durch körpereigene Abbauprodukte ebenfalls steigt. Ein zu hoher Spiegel führt jedoch nicht zwingend zu einer Gicht: Wenn das Gelenk noch nicht entzündet war und die Harnsäurewerte nur leicht erhöht sind, reicht eine angepasste Ernährung meist aus.

Bei erhöhter Harnsäure sollten zu viel Fleisch und besonders Innereien gemieden werden. Auch Hülsenfrüchte sind purinreich. Reis, Kaffee und Tee sowie Marmelade hingegen enthalten gar keine Purine. Auch Milch, Milchprodukte und Eier sind sehr purinarm. Sie eignen sich besonders als Eiweißlieferant, da anderes tierisches Eiweiß die Harnsäure erhöht. Alkohol beeinflusst den Harnsäurestoffwechsel auf mehreren Wegen und sollte daher ebenfalls gemieden werden.
Bei Fischen ist zu unterscheiden: Beispielsweise Ölsardinen enthalten viel Purin, andere Arten wenig. Wenig Purine sind in Äpfeln, Gurken, Kartoffeln, Tomaten, Brot und Nudeln enthalten. Reichlich Trinken spült die Niere und erhöht den Abtransport der Harnsäure. Besonders Fruchtsäuren, wie in Zitronen- oder Orangensaft, unterstützen die Harnausscheidung auf natürlichem Weg.

Lebensmittel mit sehr geringem Harnsäuregehalt (Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz)

WANC 20.10.08/ Quelle: BDI – Internisten im Netz

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