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Grüner Paprika: Manchmal Chemikalienbombe (Foto: Hermera)
Pestizidrückstände in Obst und Gemüse

Paprika, Salat, Erdbeeren und Äpfel – eigentlich sollen sie den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Doch Vorsicht: viele Früchte und Gemüsesorten sind mit Pestizidrückständen belastet, wenn auch meistens unterhalb der Grenzwerte.

80 Prozent des konventionell erzeugten Obstes und Gemüses weisen nach einer Studie des Chemischen- und Veterinär- Untersuchungsamtes Stuttgart Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf. Vor allem Erdbeeren, Paprika und Trauben, aber auch Tomaten und Salat fallen immer wieder negativ auf, besonders wenn sie aus Südeuropa kommen. Der Toxikologe Hans Rudolf Glatt hält die Pestizidbelastungen, selbst wenn sie die Grenzwerte überschreiten, für irrelevant.

Manfred Krauttner, Chemiexperte bei Greenpeace, gibt zwar zu, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Lebensmittelrückstände selten direkt nachweisbar sind. Gleichwohl warnt er vor allem vor so genannten Pestizid-Cocktails, die hauptsächlich auf Tomaten, Erdbeeren, Paprika und Trauben gefunden worden sind. Teilweise waren es bis zu 16 unterschiedlicher Chemikalien. "Die hormonähnlichen Wechselwirkungen solcher Substanzen sind uns noch nicht bekannt", sagt auch die Biochemikerin Irene Witte von der Universität Oldenburg. Deshalb sei Vorsicht geboten.

Ergebnisse des Umweltamtes belegen, dass 17,5 Prozent aller Kopfsalate und 38,5 Prozent aller Eichblattsalate Rückstände eines lediglich für Raps, Ziergehölze und Baumschulen zugelassenen Unkrautvernichtungsmittels enthalten. Da sich die normalen Kontrollen nur auf die für das jeweilige Lebensmittel zugelassenen Pestizide beschränken, bleiben solche Belastungen durch andere Mittel meist unbemerkt. So passieren gesundheitsschädliche Zusatzstoffe die Kontrollen, weil sie nicht für die jeweilige Frucht- oder Gemüsesorte zugelassen sind.

Trotz alledem sollte man sich den Appetit auf frisches Obst und Gemüse nicht verderben lassen. Denn keine andere Lebensmittelgruppe liefert so viele Vitamine und Mineralstoffe bei so wenig Kalorien. Mit einigen wenigen Maßnahmen kann die Schadstoffbelastung gering gehalten werden: Generell sollte man Produkte aus heimischem Anbau und aus der jeweiligen Jahreszeit bevorzugen, also keine Erdbeeren im Februar und keinen Spargel im Dezember. Früchte und Gemüse sollten gründlich gewaschen werden, am besten mit einer speziellen Gemüsebürste unter fließendem Wasser. Wer ganz sicher gehen möchte, kann auf ökologisch angebaute Erzeugnisse zurückgreifen.


WANC 23.03.04/natur&kosmos/dgk

Greenpeace: Analyse 2003

 
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