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Gläschen in Ehren: Gesund, wenn es dabei bleibt
Niere gesünder durch eingeschränkten Alkoholgenuss?

Moderater Konsum von Alkohol kann sich günstig auf das Risiko für Herz- oder Nierenkrankheiten auswirken.

Ein Gläschen Rotwein am Abend senkt das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall - insbesondere bei älteren Menschen. Das ist durch zahlreiche Studien belegt. Auch die Gehirntätigkeit scheint von moderatem Alkoholgenuss (nicht mehr als zwei Gläser am Tag), zu profitieren, indem die Demenzhäufigkeit abnimmt. Aber der Wirkmechanismus dieser positiven Einflüsse ist bisher nicht vollständig aufgeklärt. Gesichtert scheint aber, dass Rotwein reich ist an sogenannten Polyphenolen, die als sog. Antioxydantien Schutzeffekte an den Blutgefäßen ausüben.

Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen haben viele molekulare und zelluläre Gemeinsamkeiten. Daher schien es den Forschern um Priv. Doz. Dr. Harm Peters von der "Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie" der Charité sinnvoll, nach dem möglichen Nutzen geringer Mengen alkoholischer Getränke für die Niere am Modell der Ratte zu fahnden: Ratten mögen Bier. 40 Milliter pro Tag haben sie recht gern getrunken, obwohl sie an einer akuten oder an einer chronischen Nierenerkrankung (Glomerulonephritis) litten. 40 ml Bier mit einem Alkoholanteil von 4,9% entsprechen bei den Ratten pro Tag etwa 2 ml reinen Alkohols und damit einem sehr mäßigen Alkoholgenuss. Das ließ sich auch morgens am Alkoholgehalt im Blut erkennen, der unterhalb der Nachweisgrenze von 0,02 %o (pro mille) blieb.

Die akut erkrankten Ratten wurden während der folgenden sieben Tage und die chronisch erkrankten Tiere nach 15 Wochen untersucht hinsichtlich ihrer Nierenfunktion, ihres Blutdrucks, des Körpergewichts und möglicher Zellveränderungen im Nierengewebe. Bei den Tieren mit akuter Nierenentzündung änderte sich nichts, weder zum Besseren noch zum Schlechteren. Die Funktion der Nieren chronisch kranker Tiere verschlechterte sich innerhalb der folgenden 15 Wochen, jedoch nicht stärker als bei chronisch kranken Tieren, denen der Alkoholgenuss verwehrt geblieben war. Nur der Blutdruck war bei den alkoholtrinkenden Tieren geringfügig (aber nicht statistisch signifikant) niedriger als bei den abstinenten Ratten.

Möglicherweise ist der Nutzen an die Art des Alkohols gebunden. Auch Bier enthält starke Anti-oxidantien in Form der sogenannten Flavonoide. Aber vielleicht hätte man mit Rotwein Erfolg gehabt. Es bleibt also offen, ob vielleicht der Typ des getrunkenen Alkohols von Bedeutung ist und auch, ob die menschliche Niere im Gegensatz zum Organ der Ratten, nicht doch positiv auf mäßig-regelmäßigen Alkoholgenuss reagiert.

WANC 24.06.03/idw

University Hospital Basel

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