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Lebkuchen, Printen, Spekulatius: Hohe Acrylamidwerte
Foodwatch: Weihnachtsgebäck mit Acrylamid belastet

Foodwatch hat Lebkuchen, Printen und Spekulatius auf Acrylamid getestet. Zwei Drittel der Spekulatius-Hersteller muten dem Verbraucher höhere Acrylamid-Belastungen zu als im Vorjahr. Bei den Lebkuchen verbesserte sich´die Mehrheit der Produkte, aber einige verschlechterten sich auch.

Foodwatch kritisiert seit Jahren die Acrylamid-Belastungswerte in Lebensmitteln. Insbesondere moniert die Organisation, dass Behörden und Hersteller die Daten unter Verschluss halten. Mit ihrem eigenen Test will foodwatch dafür sorgen, dass die Verbraucher informiert werden. Denn nach wie vor gilt Acrylamid als krebsverdächtig und sollte wo immer möglich vermieden werden, erklärt foodwatch.

Da empfinden es die Berliner Verbraucherschützer als Bestätigung, dass das foodwatch-Testverfahren inzwischen vom zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) übernommen wurde. Trotzdem, bemängelt foodwatch, "bestätigt unser dritter Weihnachtsgebäcktest erneut, dass die staatlichen Verbraucherschützer bei Acrylamid versagen".

Zwei Drittel der Spekulatius-Hersteller muten dem Verbraucher höhere Acrylamid-Belastungen zu als im Vorjahr.
Der Spitzenwert bei Spekulatius liegt mit 628 Mikrogramm Acrylamid pro Kilo um 48 Prozent über dem letztjährigen Höchstwert. Selbst der „Testsieger“, Butterspekulatius von Lambertz, enthält in diesem Jahr 3,5 Mal mehr Acrylamid als in den Jahren 2003 und 2002.

Bei Lebkuchen liegen zwei Produkte des Discounters Lidl so niedrig, dass sogar das von foodwatch beauftragte Labor staunte. Die Hersteller Wicklein/Lebkuchen Schmidt zeigen: Lebkuchen kann heute mit weniger als 30 Mikrogramm Acrylamid pro Kilo hergestellt werden. Hier sollte die Messlatte für andere Hersteller liegen. Und nicht bei dem Signalwert der Bundesregierung, der zur Zeit noch 1.000 Mikrogramm pro Kilogramm beträgt.

Die Mehrheit der Produkte verbesserte sich, aber einige verschlechterten sich. Zwar liegt der Höchstwert 47 Prozent unter dem des Vorjahrs. Der Vorjahres-Rekordhalter war allerdings nicht in den Regalen zu finden und fehlt deshalb im aktuellen Test. Trotzdem enthält die am stärksten belastete Lebkuchenpackung genau soviel Acrylamid wie 24 Packungen des am wenigsten belasteten Produkts.

Zur Erklärung: Die Regierung will Acrylamidbelastungen durch eine so genannte Minimierungsstrategie verringern. Dazu wurden pro Produktgruppe sogenannte Signalwerte festgelegt. Der Signalwert ist jedoch kein Grenzwert für eine Unbedenklichkeit. Er markiert lediglich, dass ab dieser Schwelle das oberste Zehntel der besonders hoch belasteten Produkte beginnt. Hersteller, deren Produkte oberhalb des Signalwertes liegen, werden von der Regierung zur Minimierung aufgefordert. So sollen die Signalwerte nach und nach heruntergeschraubt werden. Sanktionsmaßnahmen sind jedoch nicht vorgesehen. Für Lebkuchen liegt der Signalwert bei 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Nach Ansicht von Foodwatch erfüllt dieser Wert aus heutiger Sicht den Tatbestand der vorsätzlichen Gesundheitsgefährdung. Für Spekulatius wurde der Signalwert kürzlich von 710 auf 570 Mikrogramm pro Kilogramm gesenkt.

WANC 29.11.04

Testergebniss (PDF)

Krebserreger Acrylamid: Entstehen erkannt

Weihnachtsgebäck: Genuß ohne Reue?

Acrylamid: Weniger gefährlich als befürchtet?

 
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