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Fertiggerichte machen dem Herz das Leben schwer

Fertig- und Schnellgerichte - beispielsweise aus Tüten oder in Plastikbechern - sind zwar in wenigen Minuten zubereitet, aber wirklich gesund sind sie nicht. Eine Studie hat jetzt den häufigen Konsum von sogenannten Instant-Nudeln in Suppen oder anderen vorgefertigten Gerichten untersucht. Das Ergebnis sollte Esser dieser Schnellküche warnen: Sie setzen ihre Herzgesundheit aufs Spiel und erhöhen ihr Risiko für das metabolische Syndrom.

Ernährungswissenschaftler der Universitäten in Boston und der koreanischen Provinz Gyeonggi-do haben die Essgewohnheiten von 10.771 Erwachsenen (54,5% Frauen) im Alter zwischen 19 und 64 Jahren analysiert. Anhand eines Fragebogens wurden zwei grundlegende Ernährungsmuster identifiziert: Die "traditionelle" Ernährung verwendet viel Reis und Fisch, frisches Gemüse, Kartoffeln und Früchte. Die "fast-food" Variante verwendet vor allem Fleisch, Frittiertes sowie Fast Food inklusive Instant-Nudeln. 

Nun stellte sich heraus, dass diejenigen, die sich am häufigsten mit Fast-food ernährten zu 41% häufiger Übergewicht hatten und zu 57% häufiger einen überhöhten LDL-Cholesterinspiegel aufwiesen. Diejenigen, die sich am häufigsten traditionell ernährten, hatten ein um 27% vermindertes Risiko für hohen Blutdruck und ein um 24% vermindertes Risiko für Übergewicht.

Doch keine der beiden Ernährungsformen erhöhte die Wahrscheinlichkeit, an einem metabolischen Syndrom zu erkranken. Das metabolische Syndrom beschreibt der Bundesverband Deutscher Internisten mit dem gemeinsamen Auftreten verschiedener Krankheitsbilder: starkes Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhter Blutzucker, gestörter Fettstoffwechsel sowie erhöhte Harnsäure, hohe Entzündungsneigung, verstärkte Blutgerinnung und Probleme mit den Gefäßen (endotheliale Dysfunktion). Alle diese Symptome weisen auf eine schnell wachsende Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin.

Der Verzehr von zwei oder mehr Portionen von Fertig- oder Schnellgerichten mit Instant-Nudeln pro Woche erhöhten das Risiko für das metabolische Syndrom dagegen dramatisch. Und zwar um bis zu 68%.  Allerdings traf das ausschließlich auf Frauen zu, ganz unabhängig davon, wie sie sich sonst ernährten. Sogar sportliche, schlanke Frauen waren davon betroffen. Warum es gerade Frauen trifft, versuchen die Wissenschaftler mit der Zusammensetzung der Fertigprodukte zu erklären, die insbesondere den Stoffwechsel von Frauen durcheinannder bringe.

Wie ungesund die schnelle Küche mit Fertiggerichten sein kann, hat bereits die UGB (Vereine für unabhängige Gesundheitsberatung) betont. Auf der Website der UGB wird Prof. Ibrahim Elmadfa, Ernährungswissenschaftler von der Universität Wien, zitiert: „Im Schnitt enthalten Fertiggerichte weniger Vitamin A und C, Calcium, Eisen, Ballaststoffe und vor allem mehr Fett als frisch zubereitete Speisen“. Elmadfa kritisiert vor allem, dass die Qualität der zugesetzten Fette in Fertiggerichten oft zu wünschen übrig lässt. Außerdem enthalten die industriell hergestellten Nahrungsmittel in der Regel viel zu viel Salz und andere umstrittene Zusatzstoffe. Gerade bei sogenannten Fünf-Minuten-Terrinen wachse die Liste der Zusätze, darunter Aromastoffe und Geschmacksverstärker.

Berliner Ärzteblatt 14.10.2014/ Quelle: J Nutr. 2014

Fertiggerichte: Unerkannte, versteckte Salzdepots

Geschmacksverstärker: Vielfältige Gesundheitsgefahren

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