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Zu viel Salz erhöht das Risiko, an Autoimmunerkrankungen zu erkranken (Photo: David Ausserhofer/ Copyright: MDC)
Zu viel Salz erhöht das Risiko, an Autoimmunerkrankungen zu erkranken (Photo: David Ausserhofer/ Copyright: MDC)
Salz macht das Immunsystem aggresiver

Zuviel Salz ist ungesund. Eine Überdosis Salz treibt den Blutdruck in die Höhe und sorgt für Herzinfarkte, Schlaganfälle sowie andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.  Nun zeigt eine Studie, dass ein hoher Salzkonsum eine Gruppe von aggressiven Immunzellen stark anwachsen lässt. Und das könnte sogenannte Autoimmunerkrankungen vermehrt auslösen. Bei Autoimmunerkrankungen attackiert das Immunsystem den eigenen Körper, statt Erreger zu bekämpfen.
 
Wissenschaftler beobachten, dass die Zahl der Autoimmunerkrankungen immer mehr zunehmen. Als Verursacher gelten vor allem erbliche Faktoren. Doch mittlerweile fällt der Verdacht auch auf unsere Ernährung. Als möglichen Übeltäter haben Ärzte das Kochsalz identifiziert. Menschen in Industrieländern verzehren erhebliche Mengen von Fertignahrung und „fast food“, die meist viel mehr Kochsalz als selbstgekochte Mahlzeiten enthalten.

Dass diese Annahme nicht aus der Luft gegriffen ist, hat jetzt eine internationale Studie ergeben. Im Labor haben sie Botenstoffe (die sogenannten Zytokine) des Immunsystems viel Kochsalz ausgesetzt. Das sorgte dafür, dass ganz bestimmte Zellen des Immunsystems alarmiert wurden. Und die animieren Effektorzellen, mögliche Krankheitsauslöser anzugreifen und auszuschalten. Derartige Killerzellen sind beispielsweise die T-Helferzellen - auch Th17-Zellen - genannt. Stieg die Salzkonzentration im Blut an, dann erhöhte sich auch die Zahl der T-Helferzellen um bis zum 10-Fachen.

In diesem Umfeld entwickelten die Th17-Zellen besondere Aggressivität. Nahmen beispielsweise Mäuse mit der Nahrung vermehrt Salz auf, dann kam es zu einem schwereren Verlauf der sogenannten experimentellen autoimmunen Encephalomyelitis, einem Modell für die Multiple Sklerose (MS). Bei der  Autoimmunerkrankung MS ist wird das zentralen Nervensystem vom Immunsystem angegriffen. Die Th17-Zellen zerstören die isolierende Schutzhülle (Myelinschicht) der Nervenzellen und unterbinden damit die Weiterleitung von Signalen. Die Folge sind u.a. schlechtes Sehen, Störungen der Blasenfunktion, spastische Lähmungen, Erschöpfungszustände (Fatigue), Störungen der Feinmotorik.

Weil die Haut auch als Salzspeicher dient, könnte der Salzkonsum auch bei der Schuppenflechte eine wichtige Rolle spielen. Die Wissenschaftler wollen jetzt herausfinden, ob sich bei Patienten mit Schuppenflechte die Symptome bessern, wenn sie weniger Salz essen.

Berliner Ärzteblatt 08.03.2013/ Quelle: Nature (2013)

Weitere Informationen:
Warum zuviel Salz den Blutdruck steigen lässt
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