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Vegetarisch zu essen, kann dem Blutdruck nützen

Eine vegetarische Ernährung soll den Blutdruck senken helfen. Eine jetzt veröffentlichte japanische Studie belegt, dass Vegetarier einen niedrigeren Blutdruck haben und dass vegetarische Kost den Blutdruck senken kann. Unumstritten sind die Ergebnisse aber nicht. Eine Untersuchung der Medizinischen Universität Graz kommt nämlich zu ganz anderen Folgerungen: demnach leiden Vegetarier unter mehr Krankheiten als Fleischesser.

In der japanischen Studie wurden die Ergebnisse von sieben klinischen Studien und 32 Untersuchungen zur vegetarischen Ernährung ausgewertet. Die sieben klinischen Studien ergaben zusammengefasst, dass vegetarische Kost den systolischen Blutdruck um 4,8 mm Hg und den diastolischen um 2,2 mm Hg reduziert. Die Auswertung der 32 Untersuchungen zeigte noch deutlichere Ergebnisse: Die vegetarische Ernährung sorgte für ein Sinken des systolischen Blutdruckes um 6,9 mm Hg und des diastolischen Blutdruckes um 4,7 mm Hg.

Warum vegetarisch zu essen den Blutdruck positiv beeinflussen kann, erklären die Ärzte damit, dass pflanzliche Koste dem Körper mehr Kalium und weniger gesättigte Fettsäuren zuführt. Darüber hinaus sind Vegetarier häufig schlanker als Fleischesser, sagen sie.

Ernährungswissenschaftler der Universität Graz verbannen solche Erkenntnisse in den Bereich der Mythen und Märchen. Die Forscher untersuchten insgesamt 1.320 Personen in vier Gruppen, die in Teilnehmerzahl, Geschlecht, Alter und soziökonomischem Status vergleichbar waren. Allerdings unterschieden sie sich in ihrer Ernährung: Vegetarier, Fleischesser mit viel Obst und Gemüse, Wenig-Fleischesser und Viel-Fleischesser. Der BMI lag in allen Gruppen im Normalbereich (22,9-24,9).

Die Ergebnisse der Studie: Vegetarier hatten fast doppelt so viel Allergien wie Viel-Fleischesser (30.6% zu 16.7%) und zeigten 166% mehr Krebserkrankungen (4.8% zu 1.8%). Darüber hinaus verzeichneten die Forscher bei Pflanzenköstlern 150% mehr Herzinfarkte als bei Fleischliebhabern (1.5% zu 0.6%). Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 18 chronische Erkrankungen. Im Vergleich zu den Viel-Fleischessern waren Vegetarier von 14 der 18 Krankheiten häufiger betroffen (78%) – dazu gehörten auch Asthma, Diabetes, Migräne und Osteoporose. Vegetarier litten mehr als doppelt so oft unter Angststörungen oder Depressionen litten wie Viel-Fleischesser (9.4% zu 4.5%).

Berliner Ärzteblatt 26.02.2014/ Quelle: JAMA Intern Med. 2014, Medizinische Universität Graz

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