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Macht Zucker süchtig?

Zucker ist fast überall. Nicht nur in Süßkram. Zucker findet sich auch in Ketchup und vielen Fertig-Lebensmittel-Produkten. Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass es durchaus eine Zuckersucht gibt.

Dass Zucker insbesondere in Lebensmitteln für Kinder gehäuft zu finden ist, ärgert nicht nur Eltern, sondern auch Ärzte und Ernährungswissenschaftler. Und dass nicht nur, weil der Zucker in Babybrei im Gläschen, in Fruchtjoghurts und Limonaden, in den in Schokolade verpackten Spielzeugüberraschungen im Kassenbereich aber auch in Müsliriegeln und Frühstücksflocken die Kinder dick macht. Der viele Zucker lässt Kinder nach immer mehr Zucker suchen, nur, was süß ist, wird auch gegegessen.

Wissenschaftler haben nun erforscht, dass sich die Symptome einer starken Begierde nach Süßem durchaus mit einer Sucht vergleichen lassen. Dr. Martin Großhans, Suchtmediziner aus Mannheim, führt das darauf zurück, dass über eine Reihe von Abläufen beim Essen von Süßem im Gehirn das Belohnungssystem aktiviert wird. Ähnlich wie beim Konsum von Drogen verursache Zucker vor allem über den chemischen Botenstoff Dopamin ein angenehmes Gefühl. Damit steige die Motivation, erneut zu Süßem zu greifen.

Die Ernährungswissenschaftlerin Inka Stonjek warnt aber davor, in Süßstoffen eine Lösung zu sehen, um den Zuckerkonsum einzuschränken. Obwohl zunehmend Süßstoffe konsumiert würden, steige dennoch die Zahl der übergewichtigen Menschen. Auch der Zuckerkonsum habe sich durch den Einsatz von Aspartam, Sacharin und Co. nicht verringert.

Stonjek will Zucker nicht generell verteufeln, sei er doch ein wichtiger Geschmacksträger. Doch komme es auf die Menge an. Außerdem lassen sich der Industriezucker ersetzen, um einen süßen Geschmack zu erreichen. Als "gesündere" Alternativen böten  sich Honig, Dicksäfte, die natürliche Süße aus Früchten oder Vollrohrzucker an.

Berliner Ärzteblatt 24.06.2013/ Quelle: UGB-FORUM 3/13
 
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