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Orangen sollen gesund sein - doch zuindest die Schalen sind häufig mit Chemikalien behandelt (Foto: aid)
Orangen: Schöne Gesundheits-Scheinwelt

Orangen enthalten viel Vitamin C. Schon zwei Früchte am Tag, können den Vitamin C-Bedarf eines Menschen decken. Das nutzen gerade im Winter viele, um sich vor Erkältungen zu schützen. Doch die Früchte, die der Gesundheit nutzen sollen, sind nicht so unbedenklich: ihre Haut wird mit Mitteln behandelt, die einem zu denken geben können.

4000 Jahre soll die Orange alt sein und aus China stammen. Neben Vitamin C enthalten sie reichlich Kalium, Kalzium und Folsäure. Weil sie viel Sonne brauchen, reifen sie in unseren Breitengraden kaum. Der dadurch erzwungene weite Transportweg ist das größte Problem aller Zitrusfrüchte. Damit die Ware nicht verdirbt oder sich Schimmelpilze auf ihr verbreiten, wird ihre Schale behandelt. Und zwar mit verschiedenen Stoffen, deren Verwendung natürlich durch verschiedene Bestimmungen geregelt werden und für die es in der Regel Höchstwerte gibt.

Doch dass diese Beschränkungen nicht immer eingehalten werden, hat schon vor Jahren Ökotest nachgewiesen: "Insgesamt wiesen neun der 36 untersuchten Orangenproben in einem oder mehreren Fällen Pestizidgehalte über den Höchstmengen auf, jede vierte Frucht war demnach höher belastet als erlaubt. Doch damit nicht genug: Vier Produkte überschritten die Höchstmengen sogar um mehr als 50 Prozent und waren daher nicht verkehrsfähig. Diese Orangen hätten gar nicht in den Handel gelangen dürfen."

Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat Orangen auf Oberflächenbehandlungsmittel geprüft. In 11,8% der Proben wurden Höchstmengen überschritten. (http://www.bvl.bund.de/DE/01_Lebensmittel/02_UnerwuenschteStoffeOrganismen/09_WasIstDrinIn/07_Obst/01_obst_artikel/lm_wasIstDrinIn_obst_orangen_basepage.html). Erstaunlich an all diesen Überprüfungen ist, dass die Veröffentlichungen aus den Jahren 2005 bzw. 2007 stammen.

Dass die Oberflächenbehandlung nicht ganz unbedenklich ist, zeigen Ratschläge der Bremer Umweltberatung: "Vor allem durch das Schälen gelangen diese über die Hände auf das Fruchtfleisch. Diese Rückstände lassen sich stark reduzieren, wenn die Früchte vor dem Schälen oder Pressen gründlich mit warmem Wasser gewaschen und mit einem Papiertuch getrocknet werden. Die Hände nach dem Schälen nochmals waschen und behandelte Früchte nicht neben anderem Obst lagern. Abgeriebene Orangenschale sollte immer von Biofrüchten stammen, da als unbehandelt angebotene konventionelle Ware nicht unbedingt unbelastet ist."

Die Zahl der verwendeten Chemikalien ist vielfältig. Schon eine Übersicht über die drei häufig verwendeten Mittel zeigt, wie wenig ungefährlich sie sind:

Orthophenylphenol ist ein Fungizid und wird als Lebensmittelzusatzstoff zur Konservierung von Zitrusfrüchten (Schalen und Einwickelpapier) eingesetzt. Orthophenylphenol fördert im Tierversuch Blasenkrebs. Beim Menschen verursacht Orthophenylphenol schon in geringen Mengen Übelkeit und Erbrechen. Allergiker sollten den Hautkontakt vermeiden. Aus diesem Grund ist Orthophenylphenol in der EU nicht mehr erlaubt.

Thiabendazol ist als umweltgefährlich (N) eingestuft. Es gilt der R-Satz R50/53 (Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben). Thiabendazol ist auch als Lebensmittelzusatzstoff E 233 zugelassen (beispielsweise zur Behandlung von Schalen von Zitronen oder Bananen). Thiabendazol stört das Zellwachstum durch Wechselwirkung mit Bestandteilen des Zytoskeletts (Mikrotubuli) der Zellen.

Imazalil scheint über das Nervensystem die Haarfollikel zu erregen. Daneben kam es zu Koordinationsstörungen, niedrigem Blutdruck, Tremor und Erbrechen. Bei einigen empfindlichen Individuen trat eine Kontaktdermatitis auf. Von der amerikanischen Umweltbehörde EPA wird Imazalil als wahrscheinlich krebserregend eingestuft.

04.11.2011/ Quelle: aid, kennzeichnungsrecht.de, Ökotest, EUFIC - das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, Bremer Umweltberatung, Bundesanstalt für Arbeitsschutz, AGES
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