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Länger haltbar gemachte Milch - verdrängt sie bald die Frischmilch aus den Kühltruhen? (Foto: DAK)
Kennzeichnungspflicht für länger haltbare Milch gefordert

Die sogenannte ESL-Milch strömt vermehrt in den Lebensmittelhandel. Verbraucherzentralen von Sachsen und Rheinland Pfalz haben jetzt eine einheitliche Kennzeichnung für diese länger haltbare Milch gefordert. Denn auf den Packungen ist nicht erkennbar, nach welchem Herstellungsverfahren sie produziert wurden.

ESL-Milch. Was ist das denn? Ein Mittelding zwischen Frisch- und H-Milch erklären Experten. Die Abkürzung steht für Extended Shelf Life, was übersetzt bedeutet "längeres Leben im Regal". Bekannter ist diese Milch eher unter Bezeichnungen wie "länger frisch", "maxifrisch" oder "extra langer Frischegenuss".

Aha. Und das bedeutet? Sie bleibt ungeöffnet im Kühlschrank bis zu vier Wochen haltbar. Frische Milch schafft es nicht so lange. Nach gut einer Woche im Kühlschrank ist sie verdorben.

„Für die längere Haltbarkeit muss jedoch teilweise ein leichter Kochgeschmack in Kauf genommen werden", bemängelt Uta Viertel, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen. Dies hängt vom Herstellungsverfahren ab.

Es gibt bei der ESL-Milch zwei unterschiedliche Wege der Keimverminderung und damit zur Verlängerung der Haltbarkeit. Wird die Milch wenige Sekunden auf bis zu 127°C erhitzt, verändert sich der Geschmack und die Vitamine werden um etwa 10% reduziert. Menschen mit feinem Geschmack erkennen dieses Verfahren am leichten Kochgeschmack.

Der frische Milchgeschmack bleibt erhalten, wenn die Haltbarkeit durch eine vorgeschaltete Mikrofiltration verbessert wird. Bei diesem schonenden Verfahren werden die Keime aus der Magermilch durch allerfeinste Filter entfernt, der erhitzte Rahm zugesetzt und das Ganze bei 72 - 75°C pasteurisiert.

Die Verbraucherzentralen kritisieren, dass die genaue Art der Herstellung von ESL-Milch mit der gegenwärtigen Kennzeichnungspraxis für die Verbraucher nicht ersichtlich ist. "Eine verpflichtende Kennzeichnung zur Art der Herstellung ist längst überfällig", kritisiert deshalb  auch Waltraud Fesser, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz,

Den Vorteil von ESL-Milch sehen die Verbraucherzentralen vor allem für Menschen, die wenig Milch verbrauchen, nicht so häufig einkaufen und sich einen Vorrat zulegen möchten. Nützlich ist sie aber auch für den Handel, der damit ein geringeres Risiko trägt, bei Nachfrageschwankungen auf seinen Beständen mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum sitzen zu bleiben.

Der Marktanteil der länger frischen Milch hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Setze sich der Trend fort, werde die weniger verarbeitete Frischmilch zum Auslaufmodell, warnen die Verbraucherschutzorganisationen. Verbraucher hätten dann künftig keine Wahlmöglichkeit mehr. Wer regelmäßig Milch trinkt und mehrmals die Woche einkaufen geht, solle pasteurisierte Frischmilch bevorzugen und so dafür sorgen, dass dieses Angebot erhalten bleibt.

WANC 17.11.08

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