Diät
Essen + Trinken
Tipps
Vitalstoffe
 
 

Süßstoff
Süßstoff löst keine Reaktion im "Glückszentrum" des Gehirns aus und erzeugt daher kein Sättigungsgefühl
(Foto: Uni Hamburg)

Macht Süßstoff dick?

Wissenschaftler der University of California untersuchten, was Zucker und Süßstoff im Gehirn auslösen. Auch wenn beide Süßungsmittel dort sehr ähnlich wirken, gibt es doch einen bedeutenden Unterschied: Zucker hat einen höheren „Glücks- und Sättigungsfaktor“.

Schon seit einigen Jahren gibt es eine Diskussion um Süßstoffe und wie sie sich möglicherweise auf das Hungergefühl und eine vermehrte Kalorienaufnahme auswirken. Bisher gab es jedoch keine definitiven Ergebnisse. Eine neue Studie sollte nun Licht ins Dunkel bringen.

Obwohl der Mensch Zucker und künstliche Süßungsmitteln geschmacklich kaum unterscheiden kann, ist das Gehirn offenbar schon in der Lage, die verschiedenen Stoffe zu erkennen. Ein Forscherteam lies zwölf Testpersonen Wasser trinken, das entweder mit Zucker oder mit dem Süßstoff Sucralose versetzt war und beobachtete im Magnetresonanztomographen, welche Reaktionen im Belohnungszentrum des Hirns abliefen.

Dabei stellten sie fest, dass Zucker und Süßstoff die gleichen Rezeptoren in den Geschmacks- und Genusszellen anregen, die das Signal an den primären Geschmackskortex, ein Gebiet in der Mittelhirnrinde, weiterleiten. Der Süßstoff löst dabei mehr Kommunikation zwischen den zuständigen Hirnregionen aus als Zucker. Doch nur mit Zucker werden diejenigen Regionen aktiviert, in denen das "Glückshormon" Dopamin vorkommt, welches das Belohnungszentrum aktiviert.

Die Forscher vermuten, dass der Süßstoff zwar das Belohnungssystem aktiviert, aber nicht sättigt. "Unsere Hypothese ist, dass Sucralose einen schwächeren Resonanzmechanismus hat, wenn es darum geht das Verlangen zu beenden und satt zu werden", erklärte der Studienleiter Guido Frank.

Sollte sich die Theorie als richtig erweisen, könnten sich daraus auch Folgen für die Nutzung künstlicher Süßungsmittel als Hilfe zur Gewichtskontrolle ergeben, meinen die Forscher. Die Untersuchungen seien ein gutes Indiz dafür, dass das Gehirn auf Süßstoffe anders reagiert. Das sollte man berücksichtigen, wenn man Diät- und Ernährungspläne entwickelt.

Doch nicht nur deswegen ist davon abzuraten nur noch Süßstoffe statt Zucker zu verwenden. Speisen, bei denen Zucker durch Süßstoffe ersetzt werden, haben in der Regel auch erhöhte Fett- und Energiewerte. Zur Gewichtsabnahme bzw. um das Körpergewicht zu halten, ist es deshalb generell sinnvoller, auf die Gesamtkalorien und Inhaltsstoffe zu achten, als nur auf Ersatz von Zucker durch Süßstoffe.

WANC 30.06.08/pte

Warum nimmt man in den Wechseljahren so leicht an Gewicht zu?

Worauf sollte man beim Fettgehalt auf Lebensmittelverpackungen achten?

Mit welchen einfachen "Tricks" sorgt man für mehr Bewegung in seinem Alltag?

Wie viel Obst und Gemüse sollte ich pro Tag essen?

In welchen Lebensmitteln sind besonders viele Ballaststoffe enthalten?

 
Seite versenden  
Seite drucken