Mäßiger Alkoholgenuss senkt das Diabetesrisiko
 

Wer mäßig Alkohol trinkt, kann sein Risiko, an Diabetes zu erkranken, positiv beeinflussen. Und zwar im Vergleich zu Menschen, die keinen oder sehr viel Alkohol konsumieren. Unter mäßig verstehen die Mediziner einen Alkoholkonsum an drei bis vier Tagen und nicht mehr als 14 (Männer) bzw. 9 (Frauen) Getränke die Woche.

Eine Auswertung des Dänischen Gesundheitsregisters ist nicht deshalb so beachtenswert, weil dabei 70.551 Menschen beobachtet wurden, sondern auch weil dieses über durchschnittlich 4.9 Jahre erfolgte. In dieser Zeit erkrankten 859 Männer und 887 Frauen an Diabetes. Im Durchschnitt berichteten die Studienteilnehmer acht und die Studienteilnehmerinnen vier alkoholische Getränke in der Woche zu konsumieren. Die Skala reichte aber bis 40 Drinks pro Woche bei Männern und 20 bei Frauen.

Am deutlichsten senkten Männer ihr Diabetesrisiko im Vergleich zu Nicht-Trinkern, die wöchentlich 14 Gläser - damit ist ein für das jeweilige Getränk übliches, „normales“ Glas gemeint - Alkohol tranken: um 43%. Bei Frauen ergab sich diese Wirkung bei 9 Drinks: um 58%. Allerdings stellte sich diese Verminderung nur ein, wenn ein Konsum an maximal drei bis vier Tagen pro Woche stattfand. Allein das Alkoholtrinken auf drei bis vier Tagen in der Woche zu beschränken, war bei Männern mit einem um 27% und bei Frauen um 32% niedrigerem Diabetesrisiko verbunden.

Auch die Form des Alkohols spielt eine Rolle: Bier und Wein senken das Diabetesrisiko, für Hochprozentiges gilt dieser Zusammenhang nicht. So vermindert sich das Diabetesrisiko bei Männern war bei wöchentlich eins bis sechs Drinks Bier oder Wein um 21%, mit sieben oder mehr Drinks von Wein sogar um 30% im Vergleich zu abstinenten Personen. Mit Spirituosen fand sich kein  Zusammenhang zur wöchentlichen Trinkfrequenz. Bei Frauen bedeuteten sieben oder mehr wöchentliche Spirituosen-Drinks hingegen ein um 83% erhöhtes Diabetesrisiko, während bei einem oder mehreren Gläsern Wein pro Woche das Diabetesrisiko niedriger war als bei Nicht-Wein-Trinkerinnen.

Prof. Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie kommentiert die Ergebnisse der Studie so: „Es liegen schon sehr zahlreiche Arbeiten über einen vor Diabetes schützenden Effekt von Alkohol vor, aber keine, die  so systematisch und bevölkerungsbezogen die wöchentliche Verteilung sowie die Menge und die von Alkohol untersucht hat. Dass Wein einen besonders guten Effekt hatte, führen die Autoren auf chemische Bestandteile zurück, welche die Glukoseverwertung im Körper günstig beeinflussen, im Unterschied etwa zu Gin und anderen Spirituosen. Bier senkte das Diabetesrisiko nur bei Männern, nicht bei Frauen.“

cs 17.8.2017/ Quelle: Diabetologia





Quelle:
http://www.medizinauskunft.de/home/artikel/gesund/Tipps/alkohol-diabetes-17-8-17.php