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Ein Apfel am Tag ist gesund - aber den Arztbesuch erspart das kaum (Foto: Stockbyte)
Ein Apfel am Tag ist gesund - aber den Arztbesuch erspart das kaum (Foto: Stockbyte)
An apple a day keeps the doctor away. Wirklich?

Jeden Tag einen Apfel und schon bleibt man gesund und muss nicht mehr zu Arzt. Dass dieses Sprichwort stimmt, davon sind viele überzeugt. Es gibt ja auch vielfältige Untersuchungen, die dem Apfel bestätigen, ein gesundheitlich positiv wirkendes Multitalent zu sein. Eine neue Studie lässt nun aber Zweifel daran aufkommen, dass der tägliche Apfel allein wirklich Arztbesuche verhindert.

Der aid infodienst meint, dass der Volksmund neuesten Erkenntnissen zur Folge offensichtlich recht hat. Ein Apfel täglich könne durchaus dafür sorgen, dass man weniger häufig den Arzt aufsuchen müsse. Und das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mutmaßt sogar, dass der regelmäßige Konsum von Äpfeln oder Apfelsaft das Risiko reduzieren könnte, an Darmkrebs zu erkranken. Tatsächlich enthalten Äpfel - abhängig von der Sorte - über 30 Pflanzenstoffe - sogenannte Polyphenole - denen allen vielfältige gesundheitliche Wirkungen nachgesagt werden.

Dass das aber dazu führt, dass es weniger Arztbesuche gibt, das scheint eher in das Reich der Mythen zu gehören. Ärzte von verschiedenen medizinischen Hochschulen in den USA und England haben die Ernährungsdaten von insgesamt 8399 Menschen im Alter über 18 Jahre ausgewertet. 9% - das sind 753 Frauen und Männer - verzehrten mindestens einen Apfel am Tag. Apfelesser verfügten im übrigen über eine bessere Schulbildung und rauchten seltener.

Was den Arztbesuch betraf, vermieden 39%Apfelesser einen Besuch beim Arzt innerhalb des vergangenen Jahres. Bei den Nicht-Apfelessern waren es 33,9%. Anders ausgedrückt: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Apfelesser auf den Arztbesuch verzichten konnte, war um 19% wahrscheinlicher als bei einem Nicht-Apfelesser. Das hört sich gar nicht einmal so schlecht an, doch die Wissenschaftler bewerten das als statistisch nicht signifikant, was so viel bedeutet wie unbedeutend.

Auch bei den Einweisungen in das Krankenhaus oder dem Besuch eines Psychologen, Psychotherapeuten oder Psychiaters zeigten sich keinerlei nennenswerte Unterschiede. Allerdings gab es einen bedeutsamen Unterschied: Die Chance von Apfelessern, die Verschreibung von Medikamenten zu vermeiden, lag um 27% höher als bei Nicht-Apfelessern.

15.04.2015/ Quelle: JAMA Intern Med.

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