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Zimt enthält Cumarin - und dieser Stoff kann in hohen Mengen die Leber schädigen
Zimt enthält Cumarin - und dieser Stoff kann in hohen Mengen die Leber schädigen
Zimt: Vorsicht vor dem darin enthaltenen Cumarin

Cumarin ist ein Aromastoff. In größeren Mengen findet man ihn in Zimt, aber auch in Pflanzen wie Waldmeister und Tonka-Bohnen. Allerdings nicht in allen Zimtsorten, sondern vor allem im sogenannten Cassia-Zimt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, dass Cumarin in "bereits relativ niedrige Dosierungen bei empfindlichen Personen Leberschäden verursachen können".

In unseren Breitengraden verwenden wir Zimt für Weihnachtsgebäck, aber auch in und auf Kuchen, Milchreis und anderen Süßspeisen. Das ist alles so lange kein Problem, wie keine größeren Mengen verzehrt werden und der milde Ceylon-Zimt - kommt aus Sri Lanka und Brasilien - verwendet wird. Höhere Mengen enthalten dagegen die etwas herberen Cassia-Arten, die aus China und Indonesien stammen und zwei Drittel des nach Deutschland importierten Zimts ausmachen. Cumarin ist kein unbedenklicher Stoff. Schon kleine Mengen können die Leber schädigen. In Tierversuchen mit hohen Mengen erzeugte Cumarin Krebs. Diese Erfahrungen sind aber auf den Mensch bisher nicht übertragbar.

Weil Cumarin die Gesundheit gefährden kann, gibt es in Europa Höchstmengen, die man nicht überschreiten sollte - genannt wird das die tolerierbare Dosis (TDI-Wert). Der TDI-Wert für Cumarin wurde auf 0,1 mg Cumarin pro kg Körpergewicht festgelegt. Das ist der Wert, der ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ein Leben lang täglich aufgenommen werden kann. Bei Kleinkindern mit einem Körpergewicht von 15 kg wäre der TDI-Wert bei 30 g Zimtsternen (ca. 6 kleine Zimtsterne) oder 100 g Lebkuchen täglich ausgeschöpft.

Das bedeutet, dass ein Kleinkind mit einem Körpergewicht von 15 kg täglich 0,5 g Cassia-Zimt mit durchschnittlichen Cumaringehalten zu sich nehmen kann. Bei einem Erwachsenen mit einem Körpergewicht von 60 kg ist der TDI-Wert bei 2 g Cassia-Zimt täglich mit durchschnittlichen Cumaringehalten ausgeschöpft. Das BfR betont aber auch: Eine geringe Überschreitung des TDI-Werts für ein bis zwei Wochen ist als unbedenklich anzusehen.

Bedenklich ist aber: Cumarin wird auch über die Haut aufgenommen - es ist in einigen Kosmetika enthalten. Foodwatch sagt, dass eine Untersuchung nachgewiesen habe, dass Erwachsene über die Haut doppelt so viel Cumarin aufnehmen wie über die Nahrung.

Nicht unbedenklich ist auch Zimt als Nahrungsergänzungsmittel. In der Vergangenheit wurde oft über die vorteilhafte Wirkung von Zimt auf Blutdruck und Blutzuckerspiegel berichtet. Das hat viele Verbraucher zum Kauf von Zimt-Kapseln animiert. Diese Pillen enthalten aber oft soviel oder sogar mehr Cumarin, so dass die täglichen Höchstmengen leicht erreicht oder sogar überschritten werden kann.  

Berliner Ärzteblatt 28.09.2012/ Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Cumarin: Vorsicht - auch in Kosmetik enthalten

Waldmeister: Aromatischer Frühlingsbote

 
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