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Forscher der Weltgesundheitsorganisation WHO warnen vor den Folgen von Energydrinks (Foto: sterntaler62/pixelio.de)
Forscher der Weltgesundheitsorganisation WHO warnen vor den Folgen von Energydrinks (Foto: sterntaler62/pixelio.de)
Energydrinks: Anschlag auf die Gesundheit

Dass sich Energydrinks nicht nur bei jugendlichen großer Beliebtheit erfreuen, mag nicht jeden erfreuen. Die Hersteller allerdings auf jeden Fall, da die Weltgesundheitsorganisation WHO beim Umsatz mit den Getränken zwischen 2008 und 2012 eine Umsatzsteigerung von etwa 60% auf einen weltweiten Verkauf im Wert von 12,5 Mrd. US-Dollar ausgerechnet hat. Doch nun mehren sich die Erkenntnisse, dass diese Softdrinks der Gesundheit schaden können. Insbesondere die Kombination mit Alkohol scheint erhöhte Risiken zu bergen.

Die WHO führt die mit Energydrinks verbundenen Gesundheitsrisiken vor allem auf den hohen Koffeingehalt der Getränke zurück. Zwar würden in einigen Kaffeesorten ähnlich hohe Koffeinanteile gefunden, doch Kaffee werde in der Regel heiß und langsam getrunken. Und das würde ein Koffein-Überdosierung im Gegensatz zu den Energydrinks verhindern. Eine Überdosis Koffein können zu folgenden Beeinträchtigungen des Gesundheitszustandes führen: Herzrasen, Bluthochdruck, Diärese (Platzen eines Blutgefäßes), Schäden am zentralen Nervensystem, Übelkeit, Erbrechen, Hypokalzämie (Absinken des Kalziumspiegels im Blut), metabolische Azidose (Übersäuerung des Blutes) sowie Krämpfe.

Außerdem führt die Untersuchung der Organisation auf, dass in Energydrinks neben Koffein andere, kaum untersuchte Stoffe zu finden sind: Guarana - eine Lianenart, deren Samen zu Pulver vermahlen wird, Taurin - eine aus Ochsengalle isolierte Aminosäure, ‪Glucuronolacton‬ - ein Kohlenhydrat, das im Bindegewebe von Tieren und in pflanzlichen Fasern vorkommt und deshalb auch in Wein enthalten ist. Wie Langzeitwirkung dieser Stoffe vor allem in Kombination mit Koffein ist, hat bisher - erstaunlicherweise - kaum jemand erforscht. Zumindest weiß man eines: Energydrinks erhöhen, auch ohne mit Alkohol gemixt worden zu sein, die Gefahr einer Alkoholabhängigkeit.

Beliebt ist das Mixen von Alkohol mit Energydrinks laut WHO vor allem bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 29 Jahren. 71% dieser Altersgruppe konsumieren derartige Mischgetränke. Anscheinend führt diese Art von Getränkekonsum zu einem riskanten Verhalten: Menschen, die Energydrinks mit Alkohol trinken, nehmen häufiger Drogen, sind aggressiver, schnallen sich beim Autofahren seltener an, rauchen und betrinken sich öfter und schwerer. Die Kombination von Alkohol und Energydrinks beeinflusst Beobachtungen zur Folge negativ die motorische Koordination und Reaktionszeit und die Gefahr eines Selbstmordes.

Studien bringen einen hohen Konsum von Energydrinks - die Rede ist von sieben bis acht Dosen - in Zusammenhang mit Krämpfen, Herzstillstand und Vergiftungserscheinungen. Vorfälle, die auch schon zum Tod einiger Menschen geführt haben. In Australien haben Vergiftungszentralen über einen Zeitraum von sieben Jahren festgestellt, dass die Zahl der Anrufe, die auf das Trinken von Energydrinks zurück zu führen waren, von 12 auf 297 gestiegen ist. In den USA wurden in den Jahren 2010 und 2011 im Zusammenhang mit Energydrinks 4.854 Anrufe gezählt. 39,3% meldeten schwere Vergiftungen aufgrund von Energydrink-Alkohol-Mixgetränken. In 68,2% dieser Fälle waren die Betroffenen unter 20 Jahren alt.

Berliner Ärzteblatt 24.10.2014/ Quelle: Front. Public Health, 2014

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