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Lebensmittelherkunft: Die große Täuschung

Die Herkunft von Obst und Gemüse muss richtig angegeben werden. Heißt es. Denn Herkunft hat meist etwas mit Qualität zu tun. Und oft gibt sie auch Hinweise von Auswirkungen auf die Gesundheit – in manchen Ländern werden Pestizide oder haltbare machende Stoffe eingesetzt, die bei uns verboten sind. Mängel bei der korrekten Kennzeichnung hat die Verbraucherzentrale NRW festgestellt. Und das ARD-Magazin Plusminus deckt sogar kriminelle Machenschaften bei der Herkunftsangabe auf.



Oft sind sie weit gereist: die Ananas kommt aus Thailand oder von den Philippinen, die Kiwis aus Neuseeland. Obst und Gemüse, das bei uns auf dem Tisch landet, soll Auskunft über seine Herkunft geben. Doch die wird offensichtlich gerne verschleiert. Wie die Verbraucherzentrale NRW ermittelt hat, verstoßen acht von zehn Händlern verstoßen gegen die vorgeschriebene Kennzeichnung des Ursprungslandes. Eine Stichprobe hat ergeben, dass entweder die vorgeschriebene Herkunftskennzeichnung komplett fehlt oder die Angabe auf dem Hinweisschild an der Ware anstatt aufklärt nur verwirrt.

Klaus Müller, Verbraucherzentrale NRW, rügt die nachlässige Praxis des Handels. Getestet haben die Verbraucherschützer 88 Obst- und Gemüsestände auf Wochen- und in Supermärkten, bei Discountern und Einzelhändlern sowie in Bio-Läden in vier nordrheinwestfälischen Städten. Doch die Herkunftsangabe an und auf der frischen Ware war im Durchschnitt in fünf Fällen pro Händler mangelhaft. Am häufigsten – nämlich bei 284 Obst- und Gemüseangeboten - fehlte die Herkunftskennzeichnung. Sie war weder auf einem Schild noch auf der Ware zu finden. 



Ein anderes Ursprungsland als auf der Ware wurde in 62 Fällen auf dem Hinweisschild angegeben. 26-mal fanden die Tester  auf einem Hinweisschild gleich mehrere Export-Länder, 15-mal waren Länderkennzeichnungen in fremder Sprache angebracht und 4-mal mussten sie unbekannte Abkürzungen entschlüsseln. 



Wie sehr Verbraucher betrogen werden, deckt auch das ARD-Magazin Plusminus auf. Es stellt dazu fest: „Besonders gerne schmuggeln Kriminelle chinesisches Gemüse in die EU und versehen es mit neuen Etiketten. Das hat schwerwiegende Folgen, denn von Lebensmittelsicherheit kann keine Rede mehr sein. Doch das illegale Geschäft boomt. Kein Wunder, denn die Kriminellen erzielen mit den Fälschungen von Herkunftsangaben hohe Gewinne.“



Betroffen sind derzeit vor allem Knoblauch und Trüffel. Die Waren aus chinesischer Herkunft sind laut Plusminus von minderer Qualität. Der Verbraucher wird betrogen, die Betrüger verdienen: Die chinesischen Trüffel, die 100 bis 120 Euro das Kilo kosten, werden als angebliche Perigord-Trüffel verkauft - die schwarzen Trüffel kosten 1.500. Eine Spanne, die sich sehen lassen kann. Warnt Plusminus in Bezug auf die Schmuggellebensmittel: „Ohne jegliche Kontrollen und Untersuchungen - auch im Hinblick auf Gesundheit und Verträglichkeit – kommen sie die in den Handel. Und der Verbraucher ist dem hilflos ausgesetzt.“



Berliner Ärzteblatt 02.02.11/ Quelle: Verbraucherzentrale NRW, plusminus
 
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