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Salz - in hohem Maß in Fertig-Lebensmitteln versteckt - kann zu Durchblutungsstörungen im Gehirn führen (Foto: w.r.wagner / pixelio.de)
Salz - in hohem Maß in Fertig-Lebensmitteln versteckt - kann zu Durchblutungsstörungen im Gehirn führen (Foto: w.r.wagner / pixelio.de)
Viel Salz in der Ernährung verschlechtert die Gehirnfunktion

Salz in größeren Mengen ist ungesund, weil es den Bluthochdruck erhöht und dem Herz schadet. Heute wissen wir, dass diese einfache Formel so nicht stimmt. Jetzt haben Wissenschaftler heraus gefunden, dass ein hoher Salzkonsum das Gehirn schädigt, aber ganz anders, als bisher gedacht.

Wie viel Salz ungesund ist, das ist gar nicht so ganz klar. Die Weltgesundheitsorganisation WHO macht Salz für erhöhten Blutdruck und ein steigendes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Als absolute höchste Verzehrmenge hat die WHO 5 Gramm Salz am Tag festgelegt. Heute werde von den meisten Menschen die doppelte Menge - also etwa 10 Gramm Salz - täglich verzehrt, sagt die WHO.

Eine Verzehrstudie in Deutschland bemißt den täglichen durchschnittlichen  Salzkonsum auf 8,78 Gramm bei Männern und 6,33 Gramm bei Frauen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat als Richtwert 6 Gramm Salz ausgegeben, als Obergrenze 10 Gramm.

Ganz ohne Salz geht jedenfalls nicht. Salz im Körper ist lebenswichtig, Ernährungsmediziner meinen, dass ein Erwachsener mindestens 1,4 Gramm Salz am Tag benötigt, um den ständigen Salzverlust auszugleichen. Die meisten Ernährungsexperten sagen auch, dass sich ein Gesunder um salzreduzierte Ernährung keine Gedanken machen müssen.

Die Sache mit dem Bluthochdruck und dem Risiko für Schlaganfall und Herzversagen haben Wissenschaftler inzwischen deutlich modifiziert. Denn nicht nur zu viel sondern auch zu wenig Salz kann schaden - in manchen Studien erlitten Teilnehmer, die wenig Salz verzehrten, sogar häufiger Schlaganfälle und Herzinfarkte. Warum das so ist? Für Bluthochdruck, Schlaganfall und Herzinfarkt gibt es nicht nur einen Grund. Und: Weniger Salz sorgt offenbar nicht bei allen Menschen für niedrigeren Blutdruck und senkt damit nicht Erkrankungsrisiken von Herz und Gefäßen.

Mediziner sind jetzt zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Schlaganfall und andere Duchblutungsprobleme im Gehirn nicht unbedingt Folgen eines durch hohen Salzkonsum bedingten Bluthochdruckes sein müssen. In Versuchen mit Mäusen stellten sie fest, das sehr viel Salz die Leistung des Gehirns stören kann, weil die Durchblutung dort abnimmt. Aber gleichzeitig war der Blutdruck nicht gestiegen. Tatsächlich war ein bestimmter Stoff im Blut - dem Interleukin (IL) 17. Und IL-17 kann für eine Gefäßverengung verantwortlich sein, was dann zu der eingeschränkten Gehirnfunktion führt. Gesteuert wird dieser Prozeß im übrigen im Darm.

Obwohl diese Erkenntnisse an Tieren gewonnen wurden und deshalb die Übertragbarkeit auf den Menschen erst noch nachgewiesen werden muss, ist es doch denkbar, dass mit einem Stoff, der IL-17 hemmt, die negativen Folgen von Salz unterbunden werden können. Oder: Man isst doch einfach weniger Salz.

18.1.2018 cs/ Nature

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