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Erzi Feta-Käse - Made in Germany (Produktfoto)
Erzi Feta-Käse - Made in Germany (Produktfoto)
Die ganz große Irreführung

Wenn Verbraucher Lebensmittel kaufen, dann fühlen sie sich von Verpackungsbildern und der Kennzeichnung eher getäuscht denn informiert. Bei einer durch die Verbraucherzentralen bei der Georg-August-Universität Göttingen in Auftrag gegebenen Befragung, schwankte der Anteil der Verbraucher, die sich in die Irre geführt fühlten, je nach Produkt zwischen 39% und 72%. Die Folgen davon sind schon heute mehr als deutlich: Die meisten vertrauen den Herstellern kaum noch.

Ob deutscher Käse in griechischer Aufmachung, Formfleisch statt abgebildeter Hähnchenbrust oder „Acerolasaft“ mit der Hauptzutat Apfelsaft - die Aufmachung und Kennzeichnung von Lebensmitteln führt bei vielen Verbrauchern zu Missverständnissen und weckt falsche Erwartungen. Bei den untersuchten 15 Beispielen geht es um Verpackungsaufschriften zu Regionalität, Zutaten und Herstellungstechniken, die aus Sicht vieler Verbraucher mehr versprechen als sie halten.

So wird zum Beispiel deutscher Käse mit griechisch anmutendem Produktnamen und landestypischen Motiven vermarktet. Hier fühlen sich 72 Prozent der Verbraucher getäuscht. Hähnchenbrust, die in Wirklichkeit Formfleisch ist, finden 68% und Weidemilch, bei der nur ein geringer Anteil von Kühen auf der Weide stammt, ebenfalls 68% als reine Irreführung. Eine Instantsuppe mit der Werbeaufschrift „ohne Geschmacksverstärker“ enthält anstelle von Glutamat Hefeextrakt. Dieser wirkt zwar ähnlich, gilt lebensmittelrechtlich aber nicht als geschmacksverstärkender Zusatzstoff. Über solche Kennzeichnungsmethoden ärgern sich 64 Prozent der Verbraucher.

Das Verwirrungspotenzial bei der Lebensmittelvermarktung ist hoch. Das liegt vor allem daran, dass die Kennzeichnung von Lebensmitteln so unklar geregelt ist, der verwirrenden Beschreibungen Tür und Tor geöffnet sind und irreführenden Begriffen kein Einhalt geboten wird. Das führt dazu, dass die Aufmachung von Lebensmitteln bei Verbrauchern Missverständnisse über die tatsächliche Produktbeschaffenheit auslöst. So misstrauen fast 41% den Aussagen der Industrie grundsätzlich, 22% verstehen die aufgedruckten Informationen nicht und 37% sind von den vielen Kennzeichnungen verunsichert.

Dabei äußern Verbraucher bei Lebensmitteln insgesamt ein hohes Informationsinteresse in vielen unterschiedlichen Bereichen. Aussagekräftige Informationen zur Produktherkunft und den verwendeten Zutaten sind den Befragten besonders wichtig. Die Lebensmittelkennzeichnung ist jedoch für 78% der Befragten eher unverständlich. Gleichzeitig vertrauen 44 % den Herstellern von Lebensmitteln nicht, ähnlich viele nur teilweise. 77% gehen davon aus, dass Lebensmittel auf der Verpackung positiver dargestellt werden als sie tatsächlich sind.

Obwohl viele der Werbung mittlerweile mit Skepsis begegnen, wird sie aber genutzt, um sich über Produktneuheiten auf dem Laufenden zu halten. 76,8% bemängeln, dass auf der Verpackung Lebensmittel oft besser dargestellt werden, als sie in Wirklichkeit sind. 49,6% sind gefrustet, weil die beworbenen Produkte längst nicht so gut sind, wie in der Werbung behauptet. Gut die Hälfte der Befragten sagt aber auch, dass sie sich durch Werbung über Neuheiten informieren lassen und fast 22% finden, dass Werbung ihnen das Einkaufen erleichtert.

wanc 17.07.2012/ Quelle: Grauzone Lebensmittelkommunikation: Empirische Studie zur Verbraucherwahrnehmung im Spannungsfeld von Informationsanforderungen und Aufmerksamkeitsregeln
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