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Rotes Fleisch fördert das Entstehen von Arteriosklerose  (Foto: Peter Smola / pixelio.de)
Rotes Fleisch fördert das Entstehen von Arteriosklerose (Foto: Peter Smola / pixelio.de)
Rotes Fleisch gefährdet das Herz

Wer viel rotes Fleisch - dazu zählt das Fleisch von Rind, Schwein und Lamm - verzehrt, hat häufiger Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu tun. Wissenschaftler haben jetzt heraus gefunden, warum das so ist. Das im Fleisch reichlich enthaltene L-Carnitin wird beim Stoffwechsel in eine Substanz gewandelt, die Arteriosklerose begünstigt.

Die Substanz, um die es geht, nennt sich Trimethylamin-Oxid (TMAO).  Wissenschaftler haben beobachtet, dass bei Menschen, die rotes Fleisch gegessen hatten, die Konzentration von TMAO im Blut stark angestiegen war. Aus früheren Studien war bekannt, dass Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sehr häufig erhöhte TMAO-Werte aufweisen. Vermutet wird, dass TMAO dafür sorgt, dass der Fettstoffwechsel nicht richtig funktioniert und deshalb Cholesterin in größeren Mengen in den Gefäßwänden abgelagert wird. Und das führt zu einer Arteriosklerose, bei der sich die Gefäße immer weiter zusetzen.

Bei der Analyse von rund 2.500 Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben die Wissenschaftler belegen können, dass die am häufigsten zu Problemen mit dem Herz kam, bei denen die Konzentration mit TMAO am höchsten war. Die Wissenschaftler mahnen nun, dass die Carnitin-Nahrungsergänzungsmittel, die zur Leistungssteigerung und besseren Fettverbrennung angeboten werden, noch unbekannte Risiken bergen könnten.

Wie gefährlich rotes Fleisch für die Gesundheit sein kann, hat eine 2012 veröffentlichte Untersuchung gezeigt. Mit jeder Portion roten Fleisches stieg das Sterberisiko um 13%,  eine Portion verarbeitetes Fleisch ließ es sogar um 20% wachsen. Die gleiche Menge roten Fleisches sorgte für ein um 18%, die von verarbeitetem Fleisch für ein um 21% erhöhtes Risiko für Erkrankungen von Herz und Gefäßen.

Wer statt Fleisch etwas anderes isst, kann sein Sterberisiko senken. Der Ersatz durch Fisch vermindert das Risiko um 7%, durch Hülsenfrüchte und fettarme Milchprodukte um je 10%, durch Geflügel und Vollkornprodukte um 14%, durch Nüsse um 19%.


Berliner Ärzteblatt 16.04.2013/ Quelle: Nature Medicine (2013)
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