Diät
Essen + Trinken
Tipps
Vitalstoffe
 
 

Capsaicin macht Chilis scharf: lebensverlängernde Eigenschaften (Foto: Katrin Huber-Sheik/ pixelio.de)
Capsaicin macht Chilis scharf: lebensverlängernde Eigenschaften (Foto: Katrin Huber-Sheik/ pixelio.de)
Scharfer Genuß verlängert das Leben

Chilischoten & Co. sind für viele ein kulinarisches Highlight. Doch scharfe Gewürze können auch gesund sein: Sie wirken gegen Krebs, Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Magen- und Darmprobleme, Leberzirrhose und sogar Hauterkrankungen. Jetzt zeigt eine in den USA, China und England durchgeführte Studie, dass Chili und Pfeffer sogar das Leben verlängern können. 

In der Studie wurden 288.082 Frauen und 199.293 Männer im Alter von 30 bis 79 untersucht, alle litten nicht unter Krebs- und Herzkrankheiten oder hatten einen Schlaganfall durchgemacht. Während der Beobachtungszeit von durchschnittlich 7,2 Jahren starben 8404 Frauen und 11820 Männer. Wurde der Konsum an scharfem Essen berücksichtigt, bedeutete mehr scharfes ein geringeres Todesrisiko. 

Berechnet wurde das für verschieden hohen Konsum von scharfem Essen: Gruppe 1 verzehrte weniger als einmal, Gruppe 2 ein- bis zweimal, Gruppe 3 drei- bis fünfmal und Gruppe 4 sechs- bis siebenmal in der Woche Scharfes. Pro 1000 Lebensjahre betrug die Todesrate in der Gruppe 1: 6,1, in der Gruppe 2: 4,4, in der Gruppe 3: 4,3 und in der Gruppe 4: 5,8.

Was scharfes Essen bewirkt, belegt eine andere Auswertung. Demnach verringerte sich nämlich das Sterberisiko in der Gruppe 2 im Vergleich zu denjenigen, die nur ganz selten Scharfes verzehrten, um 10%. In der Gruppe 3 und 4 aber sogar um 14%. Deutlich traten Unterschiede zwischen Männern und Frauen hervor. So profitierten Männer weit weniger von scharfem Essen als Frauen. In allen Gruppen rangierte die Risikoverminderung gegenüber der Gruppe 1 bei um die 90% - blieb also ganz unabhängig von der Menge der verzehrten scharfen Sachen. Bei den Frauen zeigte sich dagegen eine Risikosenkung zwischen 12% und 22%, wobei Scharfes an drei bis fünf Tagen die Woche, die höchste Wirkung hatte.

Eine weitere Einflußgröße konnten die Wissenschaftler bestimmen: Bei denjenigen, die keinen Alkohol tranken, war die Wirkung scharfer Speisen risikomindernder als bei denjenigen, die nicht auf alkoholische Getränke verzichteten.

Außerdem brachte die Auswertung der Daten, dass scharfe Gewürze auf Risiko an einer Krebserkrankung zu sterben nur wenig Einfluss hat: Die Risikosenkung liegt bei rund 5 bis 6%. Bei ischämischen Herzerkrankungen ist sie viel höher und erreicht zwischen 17% und 25%, bei einem Schlaganfall variiert sie von einer Risikominderung um bis zu 12% bis zu einer Risikoerhöhung um bis zu 3%, bei Diabetes kann drei- bis fünfmal Scharfes in der Woche das Risiko um bis zu 54% senken, bei Erkrankungen der Atemwege sind es 30 bis 40% und bei Infektionen bei drei- bis fünfmal Scharfes in der Woche bis zu 32%.

11.08.2015/ Quelle: BMJ 

Sekundäre Pflanzenstoffe: Die Gesundmacher

Scharfes gegen Schmerz

Chili-Inhaltsstoff Capsaicin senkt Blutdruck

Chili treibt Krebszellen in den Selbstmord

 
Seite versenden  
Seite drucken