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Süßstoffe: Nicht unbedingt Schlankmacher

Ob Zuckerersatzstoffe nun der Gesundheit eher schaden als nutzen und ob sie ihr Versprechen halten, das Gewicht zu senken, ist durchaus umstritten. Eine neue Studie hat nun die beiden Süßstoffe Aspartam (E 951) und Acesulfam (E 950) unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Untersuchung: Über längere Zeit verwendet, führen die Süßstoffe eher zu einer Gewichtszu- als zu einer Gewichtsabnahme. Und das Risiko, an Adipositas, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder Herzproblemen zu erkranken, steigt.

Wie weit die Meinungen über Süßstoffe auseinanderliegen, zeigen die unterschiedlichen Einschätzungen der DGE Deutsche Gesellschaft für Ernährung und der UGB Unabhängige Gesundheitsberatung. Die UGB Süßstoffe ordnet Süßstoffe als „für die tägliche Ernährung nicht zu empfehlen“ ein. Bei einigen (Aspartam) hat sie gesundheitliche Nebeneffekte wie Krämpfe, Kopfschmerzen und Sehstörungen ermittelt, andere (Cyclamat) stehen in dem Verdacht Blasenkrebs auszulösen.

Zu vielen Stoffen gibt es kaum unabhängige Studien. Durch Zuckerersatzstoffe werde man kein Gramm abnehmen, da „die durch Süßstoffe eingesparte Energie durch Aufnahme anderer Lebensmittel ausgeglichen wird“. Außerdem weist die UGB darauf hin, dass Süßstoffe in der Tiermast eingesetzt werden, weil sie dort dazu führen, dass die Tiere mehr statt weniger Kalorien aufnehmen. 

Die DGE betont dagegen: „Die Theorie eines möglichen gewichtssteigernden Effekts von Süßstoffen wird durch die wissenschaftlichen Untersuchungen nicht bestätigt. Süßstoffe können im Rahmen von Gewichtsreduktionsprogrammen sinnvolle Hilfsmittel – ohne pharmakologische Wirkung – sein, die Energieaufnahme zu senken….“ Allerdings bleibt die DGE mit Aussagen zu einer gewichtsreduzierenden Wirkung von Zuckerersatzstoffen sehr vorsichtig. Sie zitiert Studien in denen durch Zuckerersatzstoffe eine Gewichtsabnahme von 3% des Körpergewichts erreicht wurde. Allerdings dauerten die Studie im Durchschnitt 12 Wochen. Ob das ein Dauereffekt ist, wissen die Studien aber nicht. 

Nun liegt einer Untersuchung aus den USA vor, in der die beiden Süßmittel Aspartam und Acesulfam verwendet wurden. Dabei zeigte sich, dass der Einsatz von künstlichen Süßmitteln zu Schäden des Gefäßsystems und zu homöostatischen Veränderungen führten. So veränderte sich z.B. der Fett- und Energiestoffwechsel. 

Nach Ansicht der Ernährungswissenschaftler sind das Hinweise darauf, dass Süßstoffe nicht unbedingt zu einer Gewichtsabnahme führen, weil der Organismus derartige Stoffe unterschiedlich verarbeitet. Allerdings hat auch diese Studie ihre Schwächen: So wurde sie im Labor an Tieren durchgeführt - da stellt sich die Frage der Übertragbarkeit auf den Menschen und es wurden nur zwei Süßstoffe untersucht.

Eine 2017 veröffentlichte Auswertung von 37 Studien mit über 400.000 Teilnehmern kam zu dem Ergebnis, dass künstliche Süßstoffe, die über einen längeren Zeitraum verzehrt werden,  zu einer Erhöhung des Gewichts­ führen kann.  Gleichzeitig steigt das Risiko für Adipositas, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen. Begründet wird dies damit, dass Zuckerersatzstoffe möglicherweise den Stoffwechsel, die Zusammensetzung der Darmbakterien und den Appetit beeinflussen.

30.4.2018 cs / Quelle: Experimental Biology

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