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Joghurt-Drink: Ob Probiotik wirkt, ist umstritten
Gesünder essen mit "Functional Food"?

Manche Nahrungsmittel haben über ihren Nährwert hinaus einen positiven Einfluss auf die Gesundheit. So beispielsweise Äpfel. Ihr täglicher Genuss soll vor Krebserkrankungen schützen. Makrelen und anderen fettreichen Fischen sind reich an Omega-3-Fettsäuren, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können. Bei Äpfeln und der Makrele ist der Zusatznutzen gratis. In den letzten Jahren werden aber immer mehr "Novel Foods" angeboten, von "probiotischen" Joghurts bis zum "Menopausenbrot". Hierbei muss der Verbraucher den Zusatznutzen bezahlen, denn die Produkte sind teurer als herkömmliche Joghurts und Brote. Die DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift hat Experten um eine Beurteilung dieser "funktionellen Nahrungsmitteln" gebeten.

Die Bonner Oekotrophologin Dr. Maike Groeneveld bewertet die probiotischen Joghurts positiv. Diese Produkte bestehen aus speziellen Bakterienarten, die sich im Darm ansiedeln: "Eine präventive Wirkung gegenüber allergischen Erkrankungen und infektiösen Durchfallerkrankungen wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen". Kritisch zu beurteilen sind dagegen Getreideprodukte, die mit pflanzlichen Östrogenen angereichert sind. Sie sollen die Wechseljahresbeschwerden bei Frauen lindern und werden deshalb auch als "Menopausenbrot" beworben.

Privatdozentin Dr. Sabine Kulling von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe hält die Wirkung für nicht bewiesen. Ihrer Ansicht nach zeigen die Studien vor allem eins: einen ausgeprägten Plazeboeffekt gegen Wechseljahresbeschwerden. "Auch für den Schutz der Phytoöstrogene vor Brustkrebs und Osteoporose (Knochenschwund) fehlende überzeugende Daten", so die Expertin.

Insgesamt muss jedes Produkt einzeln betrachtet werden. Erleichtert wird die Beurteilung durch die Novel-Food-Verordnung der Europäischen Union. Sie fordert nicht nur den Nachweis, dass das Nahrungsmittel verträglich ist, sondern auch wissenschaftliche Belege der Wirksamkeit.

WANC 18.02.03

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