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Unser Körper braucht Eisen, doch zuviel schadet der Gesundheit
Eisen: Weniger ist mehr

Eisen ist zwar ein lebensnotwendiges Spurenelement, kann aber auch, wenn die Konzentration im Körper zu hoch ist, Gewebe angreifen. Deshalb ist ein Umdenken nötig: Hohe Eisengehalte gefährden die Gesundheit mehr als niedrige.

„Es wird nach wie vor verkannt, dass ein Eisengehalt des Organismus an der unteren Grenze der Norm die Gesundheit weniger gefährdet als ein zu hoher“, stellt Professorin Dr. Gisela Jacobasch in der Fachzeitschrift Ernährungs-Umschau fest. Diese Botschaft bedeutet eine Abkehr von überlieferten Gesundheitsparolen – jahrzehntelang wiesen die Empfehlungen lediglich darauf hin, auf eine gute Versorgung mit dem Spurenelement zu achten.

Und - sie hat sich noch nicht überall herumgesprochen. So veröffentlicht das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz auf seiner Website zum Thema Eisen: "Eisenmangel ist weltweit der am häufigsten zu beobachtenden Mangelzustand. Auch in westlichen Industrieländern, mit einem riesigen Angebot an Nahrungsmitteln, ist die Versorgung der Einzelpersonen mit Eisen ungenügend. Dies gilt insbesondere für Frauen, die auf Grund der Menstruation einen höheren Eisenbedarf haben, zugleich aber weniger Nahrung zuführen als Männer.
Auch Sportler sollten auf eine ausreichende Versorgung mit Eisen achten, da bei Eisenmangel Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit sinken. Zudem kann der Eisenbedarf nach extremer körperlicher Belastung erhöht sein. So besteht vor allem für Sportlerinnen ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel."


Kein Zweifel, Eisen zählt nach wie vor zu den lebensnotwendigen Spurenelementen. Es ist im Körper für die Bindung und den Transport von Sauerstoff zuständig. Ohne Eisen wäre kein Gasaustausch in der Lunge und keine Anreicherung von Sauerstoff im Blut möglich. Außerdem ist es erforderlich für die Energiegewinnung in der Zelle, für das Wachstum sowie verschiedenste Stoffwechselvorgänge, Abwehr- und Entgiftungsmechanismen. Alle diese Funktionen beruhen auf der außerordentlichen Reaktivität des Elements. Die hat aber auch ihre Schattenseiten: In zu hoher Konzentration greift Eisen die Gewebe an.

Schon etwas länger ist bekannt, dass Erwachsene unter der Gabe von Eisen häufiger Infektionskrankheiten bekommen und der Krankheitsverlauf oft schwerer ist als bei Personen mit normalem oder niedrigem Eisenspiegel. In Kriegszeiten sterben wesentlich weniger Frauen als Männer an Lungenentzündung, was sich nicht durch den unnatürlichen Tod der Männer, sondern durch den niedrigeren Eisenspiegel der Frauen erklärt. Denn sie haben wenig eisenliefernde Nahrung zur Verfügung und verlieren durch ihre Menstruation zusätzlich Eisen. Frauen sind statistisch betrachtet widerstandsfähiger gegen Infekte als Männer.

Neuere Forschungen belegen nun, dass überhöhte Eisenwerte auch das Risiko steigern, an Hepatitis B, C oder an Krebs zu erkranken. Studien aus Finnland und den Niederlanden haben zudem ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte nachgewiesen.

Besonders gefährlich ist die Situation für Leistungssportler. Trainings in Höhenlagen und eine gesteigerte Eisenzufuhr haben zwar zunächst einen deutlichen Effekt auf die Leistung, führen aber zu einer Eisenüberladung. Sie macht sich spätestens nach Beendigung der Laufbahn bemerkbar. Ein Indiz ist die hohe Infektanfälligkeit. Die hohe Anzahl von Herzinfarkten bei Spitzensportlern oder ehemaligen Spitzensportlern in relativ jungen Jahren wird mit zu viel Eisen in Zusammenhang gebracht. Deshalb muss nach der Sportkarriere der Eisenspiegel im Blut konstant kontrolliert und gegebenenfalls durch Aderlässe verringert werden.

Aber auch für Nicht-Sportler gilt: Es ist riskant, auf eigene Faust und ohne den Nachweis eines Mangels Eisenpräparate einzunehmen. Darauf hat das Bundesinstitut für Risikobewertung bereits im März 2003 hingewiesen.

WANC 15.06.05/dgk
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Universität Hohenheim

Vegetarier-Bund

 
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