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Gesunde Ernährung mit frischem Obst und Gemüse sowie Getreide: Deckt den Vitamin E-Bedarf
Vitamin E: Hohe Dosen schaden

Bei vielen Gesundheitsbewußten stand die Einnahme von Vitamin E-Kapseln hoch im Kurs. Vor Herzkrankheiten und vor Krebs sollten sie schützen. Deshalb galt: Je mehr, desto besser. Eine Studie zeigt, dass eine hohe Dosierung von Vitamin E genau das Gegenteil von dem bewirkt, wozu sie eingenommen wird.

Jeder Mensch benötigt Vitamin E, um gesund zu bleiben. Die Frage ist nur wieviel. Zwischen sechs und 30 Milligramm (mg) meinen Ernährungswissenschaftler. Wobei der Verzehr von ungesättigten Fettsäuren den Bedarf wachsen läßt. Dann, sagen die Experten, braucht Frau 12 und Mann 14 mg pro Tag.

In der Regel bekommt man genügend Vitamin E über die normale Ernährung. Bereits 200 g Schwarzwurzeln, 20 g Sonnenblumenöl, 100 g Vollkornkeks, 150 g Studentfutter mit Nüssen oder 200 g Tomatensalat reichen aus, um den durchschnittlichen Tagesbedarf zu decken. Nur wer raucht, unter Streß steht oder dessen Immunsystem angegriffen ist braucht mehr.

Doch das hat alles nichts damit zu tun, was Gesundheitsapostel ihren Jüngern empfahlen. 400, 600, 1000 sogar 2000 internationale Einheiten (i.E.) Vitamin E sollte man über Kapseln zu sich nehmen, um sein Leben zu verlängern. Denn die hohen Dosen sollten dafür sorgen, die Zellen vor schädlichen freien Radikalen zu wappnen. Diese sogenannte antioxidative Wirkung sollte vor Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Auch gegen Entzündungen, Alterungsprozesse, Nervenleiden und vieles mehr galt Vitamin E in hochdosierter Form als Allheilmittel.

Wissenschafter um Dr. Edgar Miller von der Johns-Hopkins-Universität, Baltimore, räumen nun auf mit diesen Vorstellungen. Sie nahmen 19 Studien mit insgesamt 137.967 Teilnehmern unter die Lupe und ermittelten, welchen Einfluß eine hohe Vitamin E-Einnahme auf das Sterberisiko hatte. Die Beobachtungszeit lag zwischen 1,4 und 8,2 Jahren. Die Patienten hatten täglich zwischen 16,5 und 2000 i.E. Vitamin E eingenommen.

Das Ergebnis war ernüchternd, wenn nicht erschreckend. Denn schon ab einer Tagesdosis von 200 i.E. nahm die Sterblichkeit zu. Und bei mehr als 400 i.E. pro Tag führte das zu 39 zusätzlichen Todesfällen auf 10.000 Vitamin E-Konsumenten. Das ist innerhalb von fünf Jahren ein Anstieg um wenige Prozent, stellt das Deutsche Ärzteblatt fest.

Natürlich spricht diese Studie nicht gegen Vitamin E und seine gesundheitsfördernden Wirkungen. Aber sie warnt vor einer überhöhten Dosierung. "Wer jedoch wider alle Fakten noch immer glaubt, seinen Körper durch ein tägliches Vitamin E-Bombardement per Supplement langfristig fit erhalten und vor Schäden bewahren zu können, dem sollten die neuen Daten zu denken geben", warnt Peter Overbeck in der Ärzte Zeitung.

Ein Manko kann die Studie nicht verheimlichen. Beobachtet wurden vor allem Menschen, die über 60 Jahre alt waren und bereits an verschiedenen Krankheiten litten. Deshalb zweifeln einige die Ergebnisse an und warnen davor, sie auf Jüngere zu übertragen. Der Arzt Overbeck: "Diese Ungewißheit ist aber sicher kein gutes Argument, mit dem sich die Nahrungsergänzung mit hochdosiertem Vitamin E weiter bedenkenlos empfehlen läßt."

WANC 15.11.04
Deutsches Ärzteblatt

Alzheimer: Vitamine können Risiko verringern

Sich jung essen

Vitaminpräparate: Wirkungslos gegen Krebs?

Wikipedia: Vitamin E

Deutsche Gesellschaft für Ernährung

 
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