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1 Gramm Kalzium pro Tag: Das Mineral lagert sich in die Gefäßwände ein (Foto: DAK/Schläger)
Kalziumeinnahme gefährdet Herz und Gefäße

Kalzium gilt als Schutz vor Osteoporose. Doch die Einnahme des Spurenelements kann über einen längeren Zeitraum gesehen das Risiko von Herzinfarkten und anderen Herz-und Gefäßerkrankungen erhöhen.

In einer neuen Auswertung einer Studie aus dem Jahr 2006 haben neuseeländische Forscher untersucht, welche Auswirkungen eine tägliche Einnahme von 1 Gramm Kalzium auf die Gesundheit von Seniorinnen hat. Damals hatte es zwar Hinweise darauf gegeben, dass das Spurenelement Osteoporose verringern kann, dies hatte jedoch keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Knochenbrüchen.

Anlass für die erneute Auswertung der Daten waren Ergebnisse aus anderen Studien, wonach Kalzium eine günstige Auswirkung auf das Verhältnis von „gutem" HDL-Cholesterin zu „schlechtem" LDL-Cholesterin hat. Dies könnte Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems vorbeugen. Diese Hoffnung hat sich in der neuen Analyse jedoch nicht erfüllt.

Im Gegenteil: Die Einnahme von Kalzium erhöhte das Risiko von Herzinfarkten und anderen Herz- und Gefäßerkrankungen. Unter insgesamt 1.500 Seniorinnen kam es bei Frauen mit Kalzium zu 45 Herzinfarkten, gegenüber 19 Herzinfarkten bei Frauen, die mit einem Scheinmedikament (Plazebo) eingenommen hatten. Das Risiko für einen Infarkt hatte sich also mehr als verdoppelt. Daneben war auch die Zahl der Schlaganfälle und der plötzlichen Todesfälle erhöht.

Der negative Effekt des Kalziums war erst nach 3 Jahren erkennbar. Dies könnte darauf hin deuten, dass das Mineral keine unmittelbar negativen Auswirkungen auf das Herz hat. Vielmehr könnte die langsame Einlagerung des Minerals in die Gefäßwand mittelfristig das Risiko von Herzinfarkten erhöhen.

Die Ergebnisse sind zwar noch nicht völlig eindeutig, sollten aber den Medizinern zufolge trotzdem nicht ignoriert werden. Vielmehr sollten die möglichen Vorteile der Kalziumeinnahme bei jedem Patienten individuell gegen die möglicherweise schädigende Wirkung auf das Herz-/Kreislauf-System abgewogen werden.

WANC 18.08.08/ Bundesverband Deutscher Internisten, British Medical Journal 2008, doi: 10.1136/bmj.39440.525752.BE

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