Diät
Essen + Trinken
Tipps
Vitalstoffe
 
 

Die schlechten Eigenschaften der Antioxidantien

Antioxidantien sind die Gesundheitshelfer, Antioxidantien sind Schutzstoffe für unseren Körper. So preist es das Ernährungsstudio von Nestlé an. Andere bezeichnen Antioxidantien als Krebsschutz zum Essen. Und Reformhaus.de feiert Antioxidantien als Radikalenfänger: "Antioxidantien sind unsere wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen freie Radikale, das sind hochreaktive Sauerstoffverbindungen, die im Körper gebildet werden und durch Einflüsse wie UV-Strahlung, Abgase, Medikamente und Umweltgifte entstehen." Doch Ärzte sehen das inzwischen kritischer: Neuen Untersuchungen zur Folge können Antioxidantien auch ganz anders, nämlich Krebs fördern.

Die freien Radikale sind Feinde der Gesundheit. Denn sie treiben unseren Alterungsprozeß voran, in dem sie Zellen schädigen, die Funktion von Geweben und Organen beeinträchtigen und so das Risiko für Krebs, Gefäßerkrankungen, Diabetes, Alzheimer, Parkinson und ein ganze Reihe anderer Krankheiten erhöhen. 

Dagegen helfen uns die Antioxidantien, weil die die freien Radikale binden, unschädlich machen und dann entsorgen. Diese Retter finden sich in u.a. in Knoblauch, Kohl, Broccoli, Süßholz, Ingwer, Tee, Karotten, Petersilie, Zwiebel, Zitrusfrüchten, Tomaten, Rosmarin, Gurke. Und weil es natürlich viel einfacher ist, kann man auch schnell ein Nahrungsergänzungsmittel kaufen, die Pillen schlucken und schon ist alles gut.

Wirklich? Abgesehen davon, dass es Zweifel gibt, ob Pillen mit konzentrierter chemischer Power so gut wirkt wie das natürliche Gesamtpaket, darf man sich fragen, ob Antioxidantien nur gute Seiten haben. Die Antwort von Ärzten am Children’s Research Institute at UT Southwestern (CRI), Texas, USA, dürfte einen zumindest ins Grübeln bringen. Denn die haben bei Studien heraus gefunden, dass Antioxidantien durchaus helfen können, die Schäden, die durch freie Radikale hervor gerufen werden, wenn sich bestimmte Moleküle mit Sauerstoff verbinden, zu verhindern. CRI-Direktor Dr. Sean Morrison sagt, dass gesunde Menschen, die nicht an Krebs erkrankt sind, von Antioxidantien profitieren können. 

Ganz anders sieht es bei Menschen mit einer erkannten oder noch nicht entdeckten Krebserkrankung aus. Denn Antioxidantien haben den Makel, dass sie nicht zwischen guten oder gefährlichen Zellen unterscheiden. Deshalb schützen sie nicht nur gesunde, sondern auch kranke - also auch von Krebs entartete - Zellen. Sie tun sogar noch mehr: Sie helfen ihnen. 

Morrison und sein Team entdeckten, dass Hautkrebszellen sehr hohem oxidativem Stress ausgesetzt sind. Das ist der Grund, warum viele schnell absterben und sich nicht im Körper ausbreiten können (Metastasen). Bei einer hohen Zufuhr von Antioxidantien änderte sich das Bild. Plötzlich beschleunigte sich das Tumorwachstum und es bildeten sich doppelt so viele Metastasen. 

Obwohl diese Ergebnisse in Labortests erzielt wurden, warnt Morrison. "Krebspatienten sollten ihre Ernährung nicht mit hohen Dosen von Antioxidantien anreichern."

20.10.2015/ Quelle: Nature 

Antioxidantien - Freund oder Feind?

Antioxidantien halten Arterien gesund

Antioxidantien: Die Krankheits-Killer

 
Seite versenden  
Seite drucken