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Mit Hilfe der Sonnenstrahlen bildet der Körper Vitamin D: Dazu reichen aber je nach Hauttyp zwischen fünf und 15 Minuten Mittagssonne pro Tag aus (Foto: Bodo Schmitt  / pixelio.de)
Mit Hilfe der Sonnenstrahlen bildet der Körper Vitamin D: Dazu reichen aber je nach Hauttyp zwischen fünf und 15 Minuten Mittagssonne pro Tag aus (Foto: Bodo Schmitt  / pixelio.de)
Vitamin D: Ist es wirklich "das" Wundervitamin?

Seit einiger Zeit werden sie verstärkt auf uns losgelassen: die Pressemeldungen und Werbetexte, die uns vor dem Mangel an Vitamin D warnen und die Vorzüge einer Einnahme von Vitamin-D-Präparaten für unsere Gesundheit loben. Was ist daran, kommen wir alle ohne zusätzliches Vitamin D nicht mehr aus? Tatsächlich gibt es gesicherte Erkenntnisse über die positiven Wirkungen nur für einige Fälle. Die Aussicht, durch Vitamin D ein langes Leben zu sichern, erweist sich als ebenfalls nicht begründet.

Richtig: Vitamin D ist eigentlich kein Vitamin sondern ein Hormon oder genauer gesagt ein Pro-Hormon, also eine Vorstufe zu einem Hormon. Es wird vom Körper selbst gebildet und zwar unter Sonnenbestrahlung. Erst durch den Stoffwechsel wird es dann zu Calcitriol, das landläufig als Vitamin D bezeichnet wird. Dieses Vitamin D braucht der Körper - ohne Frage. Im Sommer ist das meist kein Problem, im Winter aber - in den Monaten September bis März - kann über die Sonne nicht genügend gebildet werden, sagt man. Allerdings: Der Körper kann Vitamin D speichern - man sagt mehrere Monate. Und: Wir können Vitamin D auch über die Nahrung zu uns nehmen, z.B. durch fetten Fisch.

Wofür ist Vitamin D wichtig? Eigentlich ist Vitamin D an allen Stoffwechselprozessen beteiligt, vor allem reguliert es den Calcium-Haushalt und stärkt die Knochen. Es herrscht ziemlich Übereinstimmung darin, dass die zusätzliche Gabe von Vitamin D bei Osteoporose, Vorbeugung von Rachitis bei Säuglingen, bei chronischer Niereninsuffizienz und Nebenschilddrüsenschwäche sinnvoll und deren Wirkung auch wissenschaftlich belegt ist.

Doch mittlerweile kursieren Meldungen, dass ein Vitamin-D-Mangel noch weit schlimmere Folgen haben könnte. So sollen vermehrt Krebs, Herzkreislaufleiden, Diabetes, Multiple Sklerose, Immun- und Infektionskrankheiten auftreten. Oder andersherum: Wer ordentlich Vitamin-D-Präparate zu sich nimmt, kann sich gegen diese unliebsamen Erkrankungen schützen. Dass dem auch so ist, dafür gibt es nicht genügend valide Daten, mahnt Professor Dr. med. Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), und damit fehle die gesicherte Grundlage, die solche Behauptungen auch belegen.

Ähnlich verhält es sich auch mit der Versprechung, dass eine hochdosierte Zufuhr von Vitamin D das Leben verlängern kann, weil es insbesondere vor im Alter vermehrt auftretenden Erkrankungen schützt. In einer im niederländischen Leiden bei 421 Familien durchgeführten Studie ergab sich, dass Langlebige über einen niedrigeren Vitamin D-Spiegel verfügten als die Kontrollgruppe der Personen mit einem "normalen" Alter. Auch wenn der Unterschied letztlich nur gering war, lag der Vitamin-D-Spiegel auf jeden Fall nicht extrem hoch. Die DGE schließt daraus, dass die Gleichung "höheres Vitamin D gleich weniger Krankheiten und ein längeres Leben" nicht stimmt.

Berliner Ärzteblatt 16.01.2013/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie; JAMA; Canadian Medical Association Journal
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