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Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Soja oder Linsen sind gute Eisen-Quellen (Foto: Tim Reckmann/ pixelio.de)
Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Soja oder Linsen sind gute Eisen-Quellen (Foto: Tim Reckmann/ pixelio.de)
Eisen: Wenn zu viel, wirklich zu viel ist

Eisenmangel wird bei uns meist mit Blutarmut in Zusammenhang gebracht. Doch Eisenmangel kann auch Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und sogar Herzinsuffizienz (Herzschwäche) zur Folge haben. Deshalb wird Eisen manchmal zu therapeutischen Zwecken verabreicht. Und manchmal in hohen Dosen und in kurzer Zeit. Doch neueste Forschungsergebnisse enthüllen, dass das kaum etwas bringt.  

Blutarmut und Eisenmangel ereilt Frauen häufig in der Schwangerschaft. In der Regel verschreibt der Arzt dann Eisentabletten zur täglichen Einnahme. Liegt ein starker Mangel vor, wird die Dosis gerne auf mehrere Tabletten täglich erhöht. Doch diese Maßnahme ist Unsinn, denn unser Körper kann Eisen, das ihm im 24-Stunden-Rhythmus zugeführt wird, möglicherweise gar nicht in den gewünschten und benötigten Mengen aufnehmen. Das verhindert ein kleines, eiweissähnliches Molekül namens Hepcidin. Sobald der Körper Eisen erhält, setzt in der Leber die Hepcidin-Produktion ein und schickt es über das Blut auch in den Darm. Dort reguliert es unter anderem, wie viel Eisen aus dem Nahrungsbrei in den Körperaufgenommen wird.  

Wissenschaftler an der schweizerischen Technischen Hochschule (ETH Zürich) haben über 50 junge Frauen untersucht, deren Eisenvorrat erschöpft war, die jedoch noch nicht an Blutarmut litten. Die Frauen erhielten eine tägliche Dosis von 40, 60, 80, 160 oder 240 Milligramm Eisen. Danach wurde gemessen, wie sich die Hepcidin-Konzentration entwickelte und berechnet, wie sich das auf die Aufnahmefähigkeit des Körpers bei den nachfolgenden Eisendosen auswirkte.

Die Konzentration von Hepcidin erreichte nach sechs bis acht Stunden ihren Höhepunkt, doch auch noch nach 24 Stunden war noch so viel von dem Molekül im Blut vorhanden, dass es die Aufnahmefähigkeit des Körpers für die nächste Eisendosis deutlich verminderte. Das bedeutet also, dass ein richtiger Schub von Eisen - z.B. in Form von Nahrungsergänzungsmitteln - schon am gleichen Tag oder 24 Stunden nach einer vorher gehenden Einnahme, vom Körper kaum noch verarbeitet werden konnte. In Zahlen: Bei einer Gabe von 60 Milligramm Eisen, nahm der Körper von der zweiten Dosis 35 - 45% weniger auf. Wurde die Dosis auf 240 Milligramm erhöht, dann schaffte der Körper gerade einmal die Hälfte.

Die Erkenntnisse könnten helfen, eine Eisensupplementierung verträglicher zu gestalten. Denn bei der herkömmlichen Behandlungsweise - die eben oft in großen Eisenmengen innerhalb eines kurzen Zeitraumes besteht - treten oft Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden auf. Diese sind umso häufiger und umso heftiger, je mehr Eisen eingenommen wird. Durch eine Veränderung der Eisendosis - also kleinere Mengen - könnte nach Meinung von Ärzten ein besserer biologischer Effekt erreicht werden. 

Anmerkung: Weltweit leiden hunderte Millionen von Menschen an Eisenmangel. Häufigste Ursachen sind hohe Eisenverluste etwa durch Blutungen (insbesondere bei Frauen durch die Regelblutung) und eine einseitige Ernährung, die arm ist an Vitamin C und tierischen Produkten. Nahrungsmittel mit einem hohen Eisengehalt sind beispielsweise Fleisch, Leber, Blutwurst, Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte. In grossen Mengen ist Eisen als Ergänzung jedoch toxisch, weshalb es der Körper nur schlecht resorbiert. Im Durchschnitt liegen im menschlichen Körper 5 bis 7 Gramm Eisen vor, 60 Prozent davon im roten Blutfarbstoff, dem Hämoglobin. 

09.11.2015/ Quelle: Blood

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