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Schlaganfall durch Eisenmangel

Wissenschaftler meinen, dass Eisenmangel die Gefahr eines Schlaganfalles erhöhen kann. Sie vermuten, dass bei einem Mangel an Eisen die Verklumpungsgefahr des Blutes so zunimmt, dass Gefäße verstopfen und das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. Allerdings: Auch zuviel Eisen kann schaden.

Die Londoner Wissenschaftler haben 497 Patienten untersucht, die an hereditärer hämorrhagischer Teleangiektasie (HHT), auch als Morbus Osler oder Osler-Rendu-Weber (ORW)–Syndrom bezeichnet, leiden. Bei der HHT handelt es sich um eine vererbbare Gefäßerkrankung, bei der sich die Blutgefäße extrem weiten und zu Blutungen beispielsweise der Nase und im Gesicht sowie innerer Organe führen.

12,3% der Patienten, die zwischen 41 und 63 Jahre alt waren, erlitten einen Schlaganfall. Bei diesen Patienten waren diejenigen besonders gefährdet, bei denen der Eisenspiegel vermindert war. Niedriges Eisen von 6g/dl bedeutete ein doppelt so hohes Risiko für einen Schlaganfall wie bei normalen Eisenwerten. Als normale Eisenwerte gelten laut der Weltgesundheitsorganisation WHO für Frauen 12 g/dl und für Männer 13 g/dl.

Aus dieser Studie nun zu schließen, dass Eisenmangel generell das Risiko eines Schlaganfalles birgt, ist sicherlich nicht richtig. Es scheint eher so zu sein, dass Eisenmangel dann die Schlaganfallgefahr erhöht, wenn sich dazu weitere - vor allem Gefäßerkrankungen - gesellen. Die Londoner Wissenschaftler betonen denn auch, dass man eigentlich noch viel zu wenig über den Zusammenhang zwischen Eisenmangel und Schlaganfall weiß.

Was man allerdings weiß ist, dass ein unkontrollierte Zufuhr von Eisenpräparaten eher schädlich denn hilfreich ist. Zuviel Eisen im Blut kann beispielsweise dem Herz schaden, zu Arteriosklerose und Herzinfarkt führen. Von der Einnahmen von Eisenpräparaten - vor allem ohne ärztliche Beratung - raten die meisten Experten ab, weil, anders als oft behauptet, nur ganz wenige Menschen und Eisenmangel leiden und sich der tägliche Bedarf (abhängig von Alter, Geschlecht und möglicher Schwangerschaft zwischen 10 und 30 Milligramm am Tag) leicht über eine ausgewogene Ernährung sichern lässt.

Besonders viel Eisen findet sich in Fleisch (insbesondere Schweineleber), Austern, Thunfisch, Linsen, Pfifferlingen, weißen Bohnen, Erbsen, Petersilie, Kresse, getrockneten Aprikosen, Weizenkleie, Kleieflocken sowie Hirse.


Berliner Ärzteblatt 24.02.2014/ Quelle: plosone

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