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Bringt Kakao das Gehirn auf Trab?

Dem Kakao - oder genauer, den darin enthaltenen Pflanzenstoffen, den so genannten Flavonoiden - werden gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt. Besonders soll Kakao Blutgefäße und Herz schützen, den Blutdruck senken und so das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall mindern. Tatsächlich sind die Ergebnisse von Studien zu diesen Themen  oft wenig überzeugend, der Gesundheitsschutz des Kakaos fällt meist eher mau aus. So auch bei einer neuen Studie, die zwar meint, dass Kakao das Gehirn gesund hält, deren Daten das aber gar nicht so genau belegen können.

Untersucht wurden 60 Personen im Alter von durchschnittlich 73 Jahren, die nicht unter einer Demenz litten. Diesen Menschen durften über einen Zeitraum von 30 Tagen jeden Tag zwei Tassen heiße Schokolade schlürfen. Der Unterschied bestand im höheren oder niedrigeren Gehalt an Kakao - also mehr oder weniger der als für das Gehirn als so wertvoll betrachteten Flavonoide. Am Ende dieser Zeit wurden Erinnerungs- und Denkvermögen getestet und mit den Ergebnissen zum Start verglichen. Bei einigen wurde außerdem mit Ultraschall der Blutfluß im Gehirn kontrolliert.

Tatsächlich wirkte sich der Kakao - egal ob er viel oder wenig der Pflanzenstoffe beinhaltete - kaum auf die geistige Leistungsfähigkeit aus. Jedenfalls waren die Unterschiede nur gering. Einen Erfolg hatte der Kakao bei den Patienten, bei denen schwere Durchblutungsstörungen im Gehirn festgestellt worden waren. Bei denen erhöhte sich die Fließgeschwindigkeit des Blutes um 8,3%. Diese Patientengruppe, es waren 18 von den insgesamt 60 Testkandidaten, konnte dann auch Fortschritte bei dem Erinnerungstest vorweisen. Hatten sie vor dem Kakaotrinken 167 Sekunden benötigt, so waren es zum Ende der Studie 116 Sekunden. Bei allen anderen Testpersonen hatte sich nichts verändert.

Ob dieses Ergebnis überzeugen kann? Das Deutsche Ärzteblatt fragt nach dem Einfluss des Kakaos auf die Ergebnisse. Letztlich könnte auch das mehr an Flüssigkeit dafür verantwortlich gewesen sein. Und es fragt, ob der Einfluss des Kakaos langfristiger Natur ist. So ganz sicher scheinen sich die Wissenschaftler selber nicht zu sein. Dr. Paul Rosenberg von der John Hopkins School of Medicine, der die Studie durchgeführt hat, sagt denn auch den Standardspruch, der in Fällen immer gesagt wird, wenn die Ergebnisse eher wachsweich sind: "Wir müssen weitere Studien durchführen, um die Auswirkung von Kakao auf den Blutfluß und die Abnahme der geistigen Leistung genauer zu belegen." Danke.

Berliner Ärzteblatt 09.08.2013/ Quelle: Neurology 2013

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