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Milch ist ein natürlicher Lieferant von Kalzium (Foto: stock.xchng Image ID: 1155002)
Milch ist ein natürlicher Lieferant von Kalzium (Foto: stock.xchng Image ID: 1155002)
Einnahme von Kalzium: Verhindert keine Knochenbrüche

Die Einnahme von Kalzium soll die Gesundheit der Knochen verbessern und vor Knochenbrüchen schützen. Um das zu verhindern, wird häufig die Empfehlung ausgesprochen, täglich zwischen 800 und 1500 mg Kalzium zuzuführen. Weil das aber über Lebensmittel angeblich nur selten gelingt, bietet sich natürlich ein Nahrungsergänzungsmittel - ein Pille mit hochdosiertem Kalzium - an. Doch zwei Studien belegen jetzt, dass mehr Kalzium auch mehr Risiken bedeutet und dem Knochen nur wenig bringt.

Wenn sich die Knochenstruktur langsam auflöst und die Dichte der Knochen nachlässt, dann nennen Ärzte das Osteoporose. Die Folge davon ist ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche. Gefährdet sind vor allem Frauen nach den Wechseljahren und Männer ab dem 60. Lebensjahr. Einige Behandlungsleitlinien empfehlen in diesem Fällen, die vermehrte Zufuhr von Kalzium, um die Knochen wieder zu stärken. Diese Strategie scheint aber mehr Probleme als Vorteile zu bringen.

In der ersten Studie wurde untersucht, wie sich die vermehrte Zufuhr von Kalzium durch die Ernährung oder durch Nahrungsergänzungsmittel auf das Knochenbruchrisiko auswirkte. Bei den unterschiedlichen Untersuchungen, bei denen Kalzium in der Regel über Milchpulver aufgenommen wurde, gab es Teilnehmerzahlen zwischen 50.000 und 350.000. Doch ein Zusammenhang oder gar eine positive Auswirkung der Kalziumaufnahme zum gesamten Frakturrisiko oder zum Risiko einer Hüftfraktur, von Wirbelbrüchen oder Brüchen des Unterarms konnte nicht festgestellt werden. 

Bei der Zufuhr mit Nahrungsergänzungsmitteln wurde unterschieden in eine Kalziumzufuhr von mehr als 1000 mg/Tag, weniger als 800 mg/Tag und einer Kombination aus Vitamin D und Kalzium. Tatsächlich zeigte die Auswertung der Daten in einigen Fällen eine  Risikoverminderung des gesamten Knochenbruchrisikos um bis zu 11% und bei Wirbelbrüchen sogar bis zu 14%, aber bei Hüftfrakturen oder Brüchen des Unterarmknochens keinerlei Auswirkung. Und die Wissenschaftler bezweifeln selbst diese kleinen Vorteile, weil es bei der Berechnung des Risikos viele Verzerrungen gegeben hätte. Und die könnten die ganzen Vorteile wieder ausgleichen. 

Das Ergebnis, das die Kalziumeinnahme auch in Form von Pillen nichts nützt, wird zudem durch das Nebenwirkungsprofil gestärkt. Denn in den Gruppen, die Kalziumpräparate einnahmen, wurden viel häufiger Magen-Darm-Probleme bis hin zu Krankenhauseinweisung im Vergleich zu denjenigen, die keine Medikamente eingenommen hatten, fest gestellt. Außerdem traten vemehrt Nierensteine auf.

In der zweiten Untersuchung wurde versucht heraus zu finden, ob die Kalziumzufuhr tatsächlich die Knochen stärkt. Dabei wurden Daten von Patientengruppen ausgewertet, die Kalzium über die Ernährung oder über Medikamente aufnahmen. Dabei wurden über 1000 mg/Tag gegen weniger als 1000 mg/Tag und oberhalb 500 mg/Tag gegen unter 500 mg/Tag getestet. Bei der Aufnahme über die Ernährung wurden über 800 mg/Tag gegen unter 800 mg/Tag getestet. 

Gemessen wurde die Knochenmineraldichte nach einem, zwei und 2,5 Jahren. Die Dichte der Knochen war in dieser Zeit bei denen, die erhöhte Kalziummengen mit Lebensmitteln aufgenommen hatten, um zwischen 0,6 bis 1% nach einem Jahr und um 0,7 bis 1,8% nach zwei Jahren angestiegen. In den gleichen Zeiträumen brachten die Nahrungsergänzungsmittel zwischen 0,7 und 1,8% mehr Knochendichte. Eine längere Einnahme veränderte diese Werte dann nicht mehr. Diese geringen Werte bringen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass dadurch das Risiko von Knochenbrüchen nicht in einem bedeutenden Umfang reduziert werden kann.

28.09.2015/ Quelle: BMJ

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