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Magnesium, Kalium und Kalzium: Können sie wirklich einen Schlaganfall verhindern?

Die Auswirkungen eines Mangels von Magnesium, Kalium und Kalzium auf die Gesundheit sind ebenso umstritten wie die Folgen der Aufnahme bestimmter Mengen dieser Mineralien  durch Pillen. So sollen Kalziumpräparate zwar die Knochen stark machen - also Osteoporose vorbeugen, das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall aber steigern können. Oder: Magnesium hochdosiert hilft bei einem akuten Schlaganfall nicht, bei Magnesiummangel kann sich aber das Risiko für Schlaganfall erhöhen. Eine neue Untersuchung belegt jetzt, dass die Wirkung abhängig von Kombination, Menge und Geschlecht ist.

Beobachtet wurden insgesamt über 180.000 Frauen. Während der Studiendauer von zwischen 22 und 30 Jahren wurden 3780 Schlaganfälle registrierte. Diejenigen Frauen, die die höchste Magnesiumzufuhr erreichten, hatten im Vergleich zu denen, die geringste Magnesiummenge aufnahmen, ein um 13% vermindertes Schlaganfallrisiko. Bei Kalium betrug das Verhältnis minus 11% und für Kalzium minus 3%. Bei der Verwendung eines Kombinationspräparates mit allen drei Stoffen betrug das Verhältnis für alle Schlaganfallarten minus 28%, bei einem ischämischen Schlaganfall (Hirninfarkt durch Minderdurchblutung des Gehirns) minus 22% und bei einem hämorrhagischen Schlaganfall (hervor gerufen durch eine Hirnblutung) minus 20%.

Bei einer Steigerung der täglichen Magnesiumaufnahme um 100 mg verringerte sich das Schlaganfallrisikom um 13%, bei Steigerung der täglichen Kaliumaufnahme um 1000 mg verringerte sich das Schlaganfallrisikom um 9% und bei einer Steigerung der täglichen Kalziumiumaufnahme um 300 mg verringerte sich das Schlaganfallrisikom um 2%.

Anmerkung: Es gibt mittlerweile mehrere Studien, die vor der zusätzlichen Zufuhr von Vitaminen und Mineralien durch Nahrungsergänzungsmittel warnen. In diesen Studien haben die Mittel in der Regel mehr Schaden als Nutzen angerichtet. Es gibt inzwischen Vermutungen, dass durch eine täglich punktuell zugeführte Dosis von Nahrungsergänzungsmitteln, es zu einer Erhöhung der Konzentration der eingenommen Stoffe im Blut kommt. Und das kann schädlich wirken.

Bei Kalzium beispielsweise hat man laut Carstens-Stiftung heraus gefunden, dass eine regelmäßig eingenommene Tagesdosis ab 1100 mg das Herzinfarktrisiko um bis zu 86% erhöht. Der Tagesbedarf für Magnesium liegt bei Erwachsenen altersabhängig zwischen 300 und 400 mg, für Kalium bei ca. 2000 mg und für Kalzium bei etwa 1000 mg.

Es scheint Unterschiede zu geben, wie man die Mineralstoffe aufnimmt: aus natürlichen Lebensmitteln kommt es fast nie zu Nebenwirkungen. Einen Unterschied macht auch das Geschlecht. Kalzium-Supplemente führen bei Frauen wesentlich weniger oft zu unerwünschten Nebenwirkungen wie bei Männern.

04.06.2015/ Quelle: American Journal of Clinical Nutrition

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