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Ältere Menschen: Übertriebener Mix von Vitaminen und Mineralstoffen

Viele ältere Menschen nehmen erhebliche Mengen von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten zu sich.  Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München haben herausgefunden, dass sie dadurch deutlich zu viel Magnesium und Vitamin E zuführen.

Untersucht wurden 1079 Frauen und Männer, alle vor dem Jahr 1943 geboren, erstmalig 2009. 54,3 Prozent der Frauen und 33,8% der Männer verwendeten ergänzende Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe, oder sonstige Stoffe (z.B. Omega-3 Fettsäuren oder Coenzym Q10) in Form von Supplementen (Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel). Frauen nahmen vor allem Magnesium (31,9%) und Vitamin D (21,5%) zu sich, die von Männern favorisierten Stoffe waren Magnesium (18%) und Vitamin E (12%).

Die höchsten Einnahmenmengen wurden bei Botin, Vitamin B6 und B1 ermittelt. Die Einnahmehäufigkeit hängt dabei neben dem Geschlecht auch mit der Bildung, der körperlichen Aktivität, dem Rauchverhalten und dem Vorliegen einer neurologischen Erkrankung zusammen.

Für beide Geschlechter wurde beobachtet, dass die zugeführten Dosen an Magnesium und Vitamin E die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit angegebenen tolerierbaren Tageshöchstmengen häufig überschreiten. Bei 20,2% der weiblichen bzw. 32,5% der männlichen Studienteilnehmer waren die regelmäßig eingenommen Magnesiummengen zu hoch und bei 8 bzw. 14% der Teilnehmer, die Vitamin E regelmäßig zuführten. Vitamin D dagegen, dessen Supplementation in dieser Altersgruppe häufig medizinisch empfohlen wird, da es unter anderem den Knochenstoffwechsel positiv beeinflusst, wurde insgesamt von relativ wenigen alten Menschen eingenommen, berichten die Wissenschaftler.



Prof. Dr. Annette Peters vom Helmholtz Zentrum München stellt nüchtern fest, dass der Anteil der älteren Menschen, die Nahrungsergänzung betreiben, recht hoch ist. Doch ganz unbedenklich ist die Überversorgung vor allem mit Magnesium und Vitamin E nicht. Andere Studien haben gezeigt, dass ein Zuviel durchaus Gesundheitsgefahren bergen kann. Peters sieht die Gründe für den anscheinend immer noch weit verbreiteten und kaum zu erschütternden Glauben vom Nutzen der Nahrungsergänzung: „Einen großen Einfluss bei der Auswahl der Präparate scheinen Industrie und Werbung zu haben. Ergebnisse wie diese sind daher wichtig, um sinnvolle Empfehlungen zur Nahrungsergänzung im Alter abgeben zu können.“




Berliner Ärzteblatt 06.12.2013/ Quelle: The journal of nutrition, health & aging

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