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Tee-Polyphenole in grünem und schwarzem Tee üben eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit aus (Foto: Africa Studio - Fotolia.com)
Tee-Polyphenole in grünem und schwarzem Tee üben eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit aus (Foto: Africa Studio - Fotolia.com)
Teetrinker bleiben länger gesünder

Tee ist gesund, das haben Wissenschaftler schon mehrfach erforscht. Was der Gesundheit dabei so gut tut, sind die pflanzlichen Inhaltsstoffe. Einige hundert verschiedene soll es davon in Tee geben. Doch die wahrscheinlich für die Gesundheit am wertvollsten  sind die Polyphenole. Schon vor über 1000 Jahren galt Tee in China als Heilmittel. Und auch wir wissen mittlerweile, dass Menschen, die regelmäßig Tee trinken, seltener an Osteoporose, Krebs- oder Herz-Kreislauf-Leiden erkranken. Jetzt haben Wissenschaftler entschlüsselt, warum der Körper so positiv auf Tee reagiert.

Ob schwarz oder grün, ob morgens oder abends getrunken – Tee hilft der Gesundheit. Diese Hilfe kommt vorwiegend von den  sogenannten Polyphenolen ist. Das sind Pflanzenstoffe, die als Farb-, Aroma- und Gerbstoffe im Tee stecken. Diese natürlichen Substanzen machen 70 % der Trockenmasse einer Tasse Tee aus und treten in schwarzem Tee mit bis zu 30.000 unterschiedlichen Verbindungen auf. Polyphenole sind Antioxidantien - d.h. sie schützen die Zellen vor freien Radikalen, also aggressiven chemischen Verbindung, die durch Umwelteinflüsse entstehen. Polyphenole machen diese schädlichen Stoffe unschädlich. 

Wissenschaftler haben nun erforscht, dass die gesundheitsfördernden Wirkungen von Tee-Polyphenolen nicht in erster Linie auf ihren antioxidativen Eigenschaften beruhen. Vielmehr sind sie vermutlich auf molekularbiologischen Wechselwirkungen mit dem in Zellen gespeicherten Erbgut zurück zu führen. Was das bedeutet: Zwei der häufigsten Tee-Polyphenole, Epigallocatechingallat aus grünem Tee und Theaflavin-Digallat aus schwarzem Tee, gehen Bindungen mit DNA-Stücken und Proteinen ein, die am Ende von Chromosomen sitzen. Diese Endbereiche nennen sich Telomere. Bei jeder Zellteilung schneidet ein Enzym (es nennt sich Telemorase) ein Stück von dem Telomer ab. Ist dieses Endstück zu kurz geworden, kann sich die Zelle nicht mehr teilen. Sie stirbt (Fachbegriff Apoptose). Die pflanzlichen Wirkstoffe des Tees haben die besondere Eigenschaft, diesen Prozess zu verlangsamen und so die Zelllebensdauer zu verlängern.

Das hat nach Ansicht der Wissenschaftler den Effekt, dass sich die Gesundheit stabilisiert und die Lebenserwartung des gesamten Organismus verlängert. Nikolai Kuhnert, der die Forschungen geleitet hat, sagt: "Im Prinzip kann jede chemische Verbindung, die in dieser Weise an die Telomere andockt, diesen Effekt haben; interessanterweise kennen wir bislang jedoch noch keine andere natürliche Substanz, die Telomere so effektiv stabilisiert, wie die Tee-Polyphenole.“

Doch es gibt noch offenen Fragen. So wissen die Forscher noch nicht, ob sich durch regelmäßigen Tee-Konsum in den Zellen des Menschen Polyphenole anreichern können. Wäre das der Fall, dann könnte das therapeutische Potenzial der Tee-Polyphenole noch viel besser genutzt werden.

Berliner Ärzteblatt 04.12.2012/ Quelle: Food & Function
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