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Selen macht Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht unwahrscheinlicher, sondern erhöht sogar das Diabetesrisiko

Wir brauchen Selen, ohne Frage. Es ist lebensnotwendig. Es schützt unsere Zellen und unterstützt den Stoffwechsel. Reicht die Menge Selen, die wir über die Nahrung zu uns nehmen? Oder hilft sogar ein Mehr des Spurenelementes, um bestimmte Krankheiten zu verhindern? Zu viel ist anscheinend zu viel. Viel Selen kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht verhindern. Viel Selen kann sogar schaden und das Diabetesrisiko erhöhen.

Normalerweise nehmen wir Selen über die Nahrung auf. 30 bis 79 Mikrogramm am Tag sind notwendig und stecken in Fleisch, Meeresfrüchte, Fisch, Milch und Getreide. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) stellt fest, dass bei uns ein Selenmangel äußerst selten ist und "höchstens bei Veganern oder künstlich ernährten Menschen zu finden" ist. Zu wenig Selen soll für Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit bei Männern, Gemütsschwankungen, Alzheimer, Herzkreislauferkrankungen und entzündliche Gelenkerkrankungen verantwortlich sein

Nun wird häufig versprochen, dass die zusätzliche Einnahme von Selen bestimmte Erkrankungen verhindern könnte. Doch einen Beleg dafür sucht man vergeblich. Im Gegenteil. Eine Analyse von fast 20.000 Patienten zeigte, dass eine Selengabe das Herz-Kreislauf-System nicht zusätzlich schützt. Dagegen stellten die Ärzte fest,  dass bei zusätzlichen Selen das Risiko für Diabetes Typ 2 bis auf das Dreifache steigen kann.

Auch wenn Ärzte Selen als Therapie gegen Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse - beispielsweise bei Hashimoto-Thyreoiditis - verschreiben, dann geschieht das ohne wissenschaftlichen Beweis. So schätzt das jedenfalls die DGE ein und fordert dazu Studien. Im übrigen würden gesunde Menschen keine Selenpräparate benötigen. Zu viel Selen könne sogar eine Selenvergiftung, die sogenannte Seelose, bewirken. Man erkennt diese laut DGE an Magen-Darm-Beschwerden, Haarausfall, Nagelveränderungen, Abgeschlagenheit, Reizbarkeit und Nervenirritationen.

Berliner Ärzteblatt 14.02.2013/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
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