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Selen: Erhöht es Überlebenschancen bei Krebs?

Selen ist ein Spurenelement, das bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen eine wichtige Rolle spielt. Selenmangel kann zu Entzündungen und einer schlechteren Immunabwehr führen, was Infekte, Herzkrankheiten und sogar Krebserkrankungen befördert. Forscher der Charité Universitätsmedizin Berlin haben nun heraus gefunden, dass zu wenig Selen im Körper offenbar die Überlebenschancen von Krebspatienten mindert.

Die Forscher konnten feststellen: Je schwerer der Selenmangel bei der Diagnose ausgeprägt war, desto geringer waren die Überlebenschancen von Patienten mit einem Nierenzellkarzinom im Laufe der nächsten fünf Jahre. Außerdem besteht ein Zusammenhang zwischen einem Selenmangel und der Schwere der Tumorerkrankung. Nun stellen sich verschiedene Fragen, die Professor Dr. Lutz Schomburg von der Charité wie folgt formuliert: „Noch ist unklar, ob der geringe Selenwert im Körper der Tumorpatienten auf die Erkrankung selbst zurückzuführen ist oder ein generelles Krebsrisiko darstellt. Möglicherweise ist es eine Kombination von beiden Faktoren.“ Und es gibt noch eine Frage: Hätte Patienten durch die zusätzliche Gabe von Selen geholfen werden können? 

Bisher weiß man: Europäer verfügen im Durchschnitt über deutlich weniger Selen im Blut als US-Amerikaner. Daher tragen sie auch ein höheres Risiko, durch eine schwere Erkrankung ein massives Selendefizit zu entwickeln, meint Schomburg. Daher könne sich „eine angemessene und individualisierte Selengabe als überlebenswichtig herausstellen.“

Doch Vorsicht ist geboten. Die Notwendigkeit der Selenversorgung für den gesunden Erwachsenen ist nämlich  umstritten. US-amerikanische Studien haben gezeigt, dass Menschen mit einem relativ niedrigen Selenstatus ihr Krebsrisiko durch zusätzliches Selen verringern können. Ist Selen jedoch bereits ausreichend im Körper vorhanden, kann sich bei zusätzlicher Selengabe ein erhöhtes Diabetesrisiko ergeben. Experten warnen deshalb auch, dass angesichts der hohen biologischen Wirksamkeit von Selen  Nebenwirkungen zu vermeiden sind.

Hintergrund-Information: Selenversorgung
Auf Europas Agrarflächen kommt Selen nur in geringen Mengen vor. Europa gilt daher als mangelversorgt. In den USA, Südamerika und vielen asiatischen Ländern ist dies anders. Viele der dort geernteten pflanzlichen Agrarprodukte sind selenreich. Gesundheitsbewusste Menschen decken ihren täglichen Selenbedarf über eine angepasste Ernährung. Selenhaltige Nahrungsmittel sind Fleisch, Fisch, Milch, Eier, Gemüse, Sesam und Nüsse. Ist die Ernährung jedoch zu einseitig oder liegt eine andere Erkrankung vor, die den Selenstoffwechsel stört, so kann es zu einem Selenmangel kommen. Zu wenig Selen gilt als Risikofaktor für bestimmte Krankheiten, wie Krebs, Autoimmunerkrankungen oder Infektionen.

Berliner Ärzteblatt 25.10.2012/ Quelle: Deutsche Krebshilfe
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