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Tomaten: Kein Schutz gegen Raucherschäden

Tomaten werden viele gesundheitsfördernde Attribute bescheinigt. Verantwortlich dafür ist vor allem das Lykopen, das der Tomate die rote Farbe verleiht. Obwohl diesem Pflanzenstoff auch attestiert wird, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen, schränken neue Studien die Wirkung ein. Gefäßschäden durch Rauchen soll das Lykopen nicht aufhalten können.
 
Tomaten schützen die innerste Schicht der Blutgefäße (Endothel). Schäden an Gefäßen, die durch das Rauchen entstehen, können die sekundären Pflanzenstoffe der Tomaten aber nicht kompensieren. An 20 männlichen Rauchern hat das die Berliner Charité und die Universität Jena untersucht. Die eine Hälfte musste zwei Wochen lang täglich 70 Gramm Tomatenmark essen, die andere nicht. Vor und nach einer Zigarette wurde bei allen die Steuerung der Gefäße - sowohl die Endothel-abhängige (FMD) als auch die Endothel-unabhängige (NMD) - gemessen.

Eindeutig war die Nikotin-Auswirkung auf die FMD – schon nach einer Zigarette verringerte sich der FMD in bedeutendem Umfang. Die Studiengruppe mit der Tomaten-Diät wies zwar einen deutlich höheren Lykopen-Spiegel auf als die Kontrollgruppe, die sekundären Pflanzenstoffe der Tomate waren also nachweisbar. Auf den Zustand der Gefäße hatte dies jedoch keine positive Auswirkung.

Grundsätzlich bescheinigen Ernährungswissenschaftler der Tomate aber gesundheitsfördernde Wirkungen. Tomaten enthalten dreizehn Vitamine, siebzehn Mineralstoffe sowie reichlich sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und Fruchtsäuren. Der rote Farbstoff der Tomate, das Lykopen, gehört zur Gruppe der Carotinoide. Lykopen besitzt laut Experten antikanzerogene und antioxidative Eigenschaften. Es soll wirksam beim Abbau reaktiver Sauerstoffverbindungen sein und so zum Schutz vor der Entstehung von Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Krankheiten beitragen. Nach Studienergebnissen von Dr. Arpita Basu von der Oklahoma State University aus den USA behält Lykopen sogar noch im Ketchup seine Schutzwirkung. 



Berliner Ärzteblatt 06.05.2011/ Quelle: Jochmann et al, Is smoking-induced endothelian dysfunction reversed by tomato diet? Abstract 449, Clin Res Cardiol 100, 2011; 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK)
 
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