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Vitamin C verhindert Herzschwäche

Na klar, Obst und Gemüse sind gesund. Doch inzwischen gehen Wissenschaftler der Wirkung gezielt bei einzelnen Erkrankungen auf den Grund. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiß man, dass jeder Apfel, jede Orange und jede Tomate das Erkrankungsrisiko senken. So kann Vitamin-C das Risiko für eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) mindern.

Dabei zählt praktisch jedes Gramm Obst und Gemüse, das man zu sich nimmt. Denn je mehr man davon isst, desto mehr reichert sich Vitamin C im Blut an. Was das bedeutet, hat nun eine Studie deutlich bewiesen. Mit jeden 20 Mikromol/Liter Vitamin C im Blutplasma sinkt das Risiko für ein Herzinsuffizienz um 9%.

In der Studie wurden über 8,4 Jahre lang insgesamt 313.074 Frauen und Männer beobachtet. Diese stammten aus acht verschiedenen europäischen Ländern und waren im Mittel 54 Jahre alt. Dabei wurden 1.626 Todesfälle aufgrund einer Herz-Kreislauf-Erkrankung (KHK) festgestellt. Die Teilnehmer, die am Tag bis zu acht Portionen Obst und Gemüse, jede Portion im Gewicht von etwa 80 Gramm, verzehrten, hatten ein um 22% geringeres Risiko für eine KHK. Und zwar im Vergleich zu jenen, die weniger als drei Portionen Obst und Gemüse am Tag zu sich nahmen.

Rein rechnerisch ergibt sich daraus, dass eine 80-Gramm-Portion Obst und Gemüse am Tag das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall um 4% sinken lässt.

Im übrigen hat die EPIC-Norfolk-Studie andere Gesundheitserkenntnisse vermittelt: Demnach hat mehr vom Leben, wer vier einfache Gesundheitsregeln beherzigt. Diese Grundregeln sind: nicht rauchen, weniger als 14 kleine Gläser Wein oder sieben halbe Liter Bier pro Woche trinken, ein Vitamin-C-Gehalt im Blut über 50 mmol/l als Indikator für den Verzehr von mindestens fünf Portionen Obst oder Gemüse täglich, Bewegung - zum Beispiel in einem Beruf mit körperlicher Arbeit wie Krankenpflegerin oder bei Bürojobs täglich mindestens eine halbe Stunde Schwimmen, Joggen oder Radfahren.

Knapp 2.000 Teilnehmer starben, rund 840 an Krebs, fast 670 an Herzinfarkt oder Schlaganfall (Stand 2008). Mit abnehmender Zahl der befolgten Regeln stieg die Sterberate merkbar an, und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht, Gewicht und sozialer Klasse. Selbst Patienten mit chronischen Krankheiten profitierten von gesundem Lebensstil. Wer sich an keine der vier Grundregeln hielt, erhöhte sein Sterberisiko um den Faktor 4, wer nur eine befolgte, um den Faktor 2,52, bei zwei um 1,95, bei drei um 1,39.



Berliner Ärzteblatt 28.04.2011/ Quelle: Pfister et al, Plasma vitamin C predicts incident heart failure in men and women in EPIC-Norfolk prospective study, Abstract No. 400, Res Cardiol 100, 2011; 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)
 
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