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Vitamin D: Zusätzliche Einnahme bringt keinen Nutzen

Seit einiger Zeit wiederholen sich Meldungen, dass bei uns Vitamin D-Mangel herrscht und wir unbedingt Vitamin D-Pillen essen müssen, damit wir nicht krank werden. Selbst ansonsten gesunde Menschen werden aufgefordert, Vitamin D als Nahrungsergänzung einzunehmen, weil sonst vermehrt Knochenbrüche, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs drohen. Doch gerade bei gesunden Menschen bringt die zusätzliche Gabe von Vitamin D nichts, erklären jetzt Wissenschaftler.

Die Angst geht um. Und sie wird durch Berichte geschürt, die Deutschland als Vitamin D-Mangelland kennzeichnen und davor warnen, dass die Gesundheitsgefahren eines Mangels an Vitamin D, wie er gerade im Winter bei mangelnder Sonne droht, furchtbar unterschätzt wird. Und weil die festgestellten Vitamin D-Werte überhaupt nicht ausreichen, müsse man unbedingt Vitamin D zusätzlich einnehmen, so die Empfehlung. Ein Zuviel von dem Wundervitamin könne es gar nicht geben, weil eine Überdosierung nicht vorkommen könne, dafür sorge der Körper schon selbst.

Zweifel an dieser enthusiastischen Sichtweise gibt es schon länger. Neuseeländische Wissenschaftler haben jetzt Daten von fast 220.000 Menschen ausgewertet. Dabei ging es darum, in wie weit die Einnahme von Vitamin D das Risiko von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Krebserkrankungen sowie Knochenbrüchen beeinflusst.

Dabei stellte sich heraus, dass die zusätzliche Gabe von Vitamin D die Häufigkeit von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Krebserkrankungen und selbst Knochenbrüchen nicht veränderte. Die Wissenschaftler sprechen von nachweisbarem Nutzen, der erst gegeben ist, wenn das Risiko merkbar vermindert wird. Merkbar bedeutet, dass sich das Risiko um mehr als 15% vermindert, bis dahin kann es sich um statistische Ungenauigkeiten und Schwankungen oder andere Einflüsse handeln.

Selbst bei der Einnahme Vitamin D kombiniert mit Kalzium blieben die Ergebnisse bei der Reduzierung von Knochenbrüchen so vage, dass nicht mit Sicherheit von einem positiven Ergebnis gesprochen werden kann. Die Wissenschaftler fragen sich deshalb, ob niedrige Vitamin D-Werte nicht die Ursache für Erkrankungen sind, sondern eher ein Hinweis bzw. ein Anzeichen.

Auch die Meinung, dass selbst eine Überdosierung von Vitamin D nicht schaden könne, muss man mit Vorsicht genießen. Eine bereits 2010 in Schweden durchgeführt Studie besagt nämlich, dass sowohl viel zu niedrige wie viel zu hohe Vitamin D-Werte die Sterblichkeitsrate steigern kann. Als zu niedrig galten Werte unter 46 nmol/L, als zu hoch Werte über 98 nmol/L. Gefahren eines niedrigen Vitamin D-Spiegels waren Krebs- und Herz-Kreislauf-, eines hohen Vitamin D-Spiegels Krebserkrankungen. Allerdings litten die meisten der untersuchten Personen an einer Erkrankung wie Diabetes, Übergewicht, von Nieren, Magen-Darm-Trakt, Bluthochdruck.

Berliner Ärzteblatt 27.01.2014/ Quelle: The Lancet Diabetes & Endocrinology

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