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Rund 80% des Vitamin-D wird durch die Sonnenstrahlung über unsere Haut gebildet (Foto: stck.xchng, Image ID: 1206156)
Rund 80% des Vitamin-D wird durch die Sonnenstrahlung über unsere Haut gebildet (Foto: stck.xchng, Image ID: 1206156)
Zu wenig Vitamin-D kann dem Herz schaden

Vitamin-D ist vor allem gut für die Knochen. Es unterstützt den Knochenaufbau. Ein Mangel kann zu einer Verminderung der Knochendichte führen - Ärzte sagen dazu Osteomalazie und meinen damit eine schmerzhafte Knochenerweichung. Doch nun bringen Wissenschaftler der Universität Kopenhagen einen Mangel von Vitamin-D auch in Zusammenhang mit Herzerkrankungen und Herzinfarkt.

Die dänischen Wissenschaftler haben 10.170 Frauen und Männer über einen Zeitraum von 29 Jahren beobachtet. In dieser Zeit bekamen 3.100 eine Herzerkrankung, 1.625 einen Herzinfarkt und 6.747 starben. Es stellte sich heraus, dass sinkende Vitamin-D-Spiegel im Blut das Risiko für Herzprobleme erhöhte. Menschen mit einem Mangel an Vitamin-D hatten im Vergleich zu Menschen mit optimalen Vitamin-D-Spiegeln ein um 40% erhöhtes Risiko für eine Herzerkrankung, ein um 64% erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt und ein um 57% erhöhtes Risiko früher zu sterben.

Die Frage stellt sich, was diese Studienergebnisse nun bedeuten? Manche sagen, dass bei uns generell die überwiegende Zahl der Menschen - das Robert-Koch-Institut gibt die Zahl von 60% der Bevölkerung an - unzureichend mit Vitamin-D versorgt sind. Dazu muss man wissen, dass unser Körper Vitamin-D über die Haut durch Sonneneinstrahlung selbst bilden kann. In der Nahrung findet es sich in größeren Mengen nur in fettreichem Fisch, Eiern, Milch und Pilzen. Allerdings kann unser Körper Vitamin-D speichern. Und wenn wir uns im Sommer genügend in der frischen Luft aufhalten, dann sammeln wir eigentlich genügend Vitamin-D an. Das reicht alles nicht, behaupten nun einige, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und empfiehlt vor allem Senioren in den Wintermonaten die Zufuhr von Vitamin-D: also Pillen.

Das Problem ist allerdings: Geklärt ist bisher nicht, ob der Vitamin-D-Mangel Ursache oder Folge der Herzerkrankungen ist. Einige Wissenschaftler vermuten, dass ein hoher Vitamin-D-Status einen gesunden Lebensstil anzeigt und damit ein niedriger die Folge und nicht die Ursache einer schlechten Gesundheit ist. Die Empfehlung zur Einnahme von Vitamin-D-Pillen können manche Ernährungswissenschaftler auch nicht verstehen. Bei einer Studie der Universität Aberdeen hatten über 5000 Menschen im Alter über 70 Jahren zwei bis fünf Jahre lang Vitamin-D-Präparate mit der empfohlenen Dosis von 800 IE geschluckt. Ein Schutz gegen Herzerkrankungen oder Krebs ließ sich nicht erkennen.

Die zusätzliche Gabe von Vitamin-D und generell für ältere Menschen halten kritische Ärzte für falsch, weil es keine ausreichenden Belege dafür gebe. Allerdings könne bei Pflegedürftigen, die kaum noch ins Freie gehen, der Einsatz der Tabletten sinnvoll sein.

Berliner Ärzteblatt 27.09.2012/ Quelle: ATVBAHA.112.248039, doi: 10.1161/ ATVBAHA.112.248039
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