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Vitamin C schützt nur begrenzt vor Infektionen. Die besten Vitamin C-Quellen sind Obst und Gemüse und aus ihnen hergestellte Säfte. (Foto: DAK)
Vitamin C schützt nur begrenzt vor Infektionen. Die besten Vitamin C-Quellen sind Obst und Gemüse und aus ihnen hergestellte Säfte. (Foto: DAK)
Erkältung: Good by Vitamin C

Dass Vitamin C vor Erkältungen schützen soll, galt lange Zeit als gesichertes Wissen. Doch nun stellt sich als immer sicherer heraus, dass diese Information in das Reich der Legenden gehört. Wissenschaftler haben untersucht, dass Vitamin C zwar das Immunsystem stärkt, aber deshalb noch lange keinen Schutz vor Erkältungen bietet. 



Es wäre so schön gewesen. Wir schlucken ordentlich Vitamin C und schon kann uns eine Erkältung nichts anhaben. Jahrzehntelang wurden deshalb Tonnen von Vitamin-C-Präparaten gekauft und eingenommen. Doch die Hoffnung entpuppt sich als reine Mär oder vielleicht als erfolgreicher Werbegag von Pharmaunternehmen, die die Mittel gewinnbringend vermarkten.

In einer neuen Studie mit 11.000 Teilnehmern zeigte sich, dass Vitamin C einer Erkältung nicht vorbeugen kann. Die Forscher verabreichten den Teilnehmern dabei immerhin täglich 200 Milligramm. Die empfohlene Aufnahmemenge für Vitamin C liegt bei nur 100 Milligramm täglich. Aber selbst die hohe Dosis konnte keinen nennenswerten Beitrag dazu leisten, gesund zu bleiben. "Es ist daher einfach nicht sinnvoll, 365 Tage im Jahr Vitamin C einzunehmen, nur um das Risiko eines Schnupfens zu verringern”, erklärt der Arzt Harri Hemilä von der Universität von Helsinki.

Hemilä beschäftigt sich mit dem Thema schon seit Jahren. Bereits 2005 hatte er 55 Studien aus aller Welt ausgewertet. Seine Erkenntnis: Vitamin C schützt nur begrenzt vor Infektionen. Ist eine Erkrankung erfolgt, lindert es Symptome nur geringfügig. Verschnupfte Patienten wurden durch die Einnahme von Vitamin C allerdings etwas schneller gesund. Die Krankheitsdauer sank aber nur geringfügig um 8 Prozent bei Erwachsenen und um 14 Prozent bei Kindern. Einen leichten vorbeugenden Effekt von Vitamin C fand Hemilä lediglich bei Extremsportlern wie Skifahrern und Marathonläufern. Der Nutzen der weit verbreiteten Praxis, Vitamin C zur Vorbeugung einzunehmen, sei daher sehr fragwürdig, erklärte der Wissenschaftler.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) kann keinen Sinn darin sehen, Vitamin C über Pillen, Tabletten oder ähnliche Präparate zu ergänzen. Schon allein deshalb, weil bisher nicht wirklich belegt ist, dass der Körper das unnatürliche Vitamin C in Tablettenform überhaupt aufnehmen kann. Die DGE sagt deshalb: "Eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen ist bei uns in der Regel über die Ernährung realisierbar. Die besten Vitamin C-Quellen sind Obst und Gemüse und aus ihnen hergestellte Säfte." Die Gesellschaft empfiehlt Erwachsenen 100 mg Vitamin C über Lebensmittel aufzunehmen, bei Rauchern sind es 150 mg. Bereits eine halbe rote Paprika, eine Kiwi und eine Tomate oder ein Glas Orangensaft und eine Portion gegarter Brokkoli liefern nach Angaben der DGE 150 mg des Vitamins. 


wanc 24.01.2012, Quelle: MedicalObserver; PLoS Medicine, Bd. 2, Nr. 6, S. e168; Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
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