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Erektionsstörungen können mögliche Herz-Kreislauf-Probleme ankündigen und ein erstes Warnsignal für einen sich anbahnenden Herzinfarkt sein (Foto: obs/Lilly Deutschland GmbH)
Erektionsstörungen können mögliche Herz-Kreislauf-Probleme ankündigen und ein erstes Warnsignal für einen sich anbahnenden Herzinfarkt sein (Foto: obs/Lilly Deutschland GmbH)
Erektionsprobleme: Hinweis auf sich entwickelnde Herzprobleme

Wenn es im Bett nicht so richtig klappt, dann hat das oft auch etwas mit Herz und Kreislauf zu tun. Obwohl  Störungen der Erektion - medizinisch erektile Dysfunktion genannt - nach Ansicht der meisten Ärzte auf psychische und physische Gründe gleichermaßen zurück zu führen sind, steht hinter Impotenz häufig eine mangelnde Durchblutung. So ist es eigentlich nicht so verwunderlich, dass australische Wissenschaftler nun ermittelt haben, dass Erektionsstörungen mögliche Herz-Kreislauf-Probleme ankündigen und ein erstes Warnsignal für einen sich anbahnenden Herzinfarkt sein können.

Ausgewertet wurden Krankheitsdaten von 95.038 Männern im Alter zwischen 45 und 106 Jahren aus New South Wales, Australien. Im Beobachtungszeitraum von 2000 bis 2010 wurden bei 7.865 Männern Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Grund für eine Krankenhauseinweisung und 2.304 Todesfälle gezählt. Eine erektile Dysfunktion wurde bei den 45-54jährigen bei 2,2%, bei den 55-64jährigen bei 6,8%, bei den 65-74jähreingen bei 20,2%, bei den 75-84jährigen bei 50% und bei über 85jährigen bei 75,4% diagnostiziert. Nicht nur, dass Erektionsstörungen mit zunehmendem Alter häufiger wurden. Vermehrt traten Potenzprobleme bei Rauchern, Männer mit geringem Einkommen, beim Konsumieren geringer Mengen Alkohol, unteren Bildungsschichten, Singles oder Witwern auf. Oft zeigte sich die erektile Dysfunktion in Zusammenhang mit Diabetes, Bluthochdruck oder Hypercholesterinämie (hoher Cholesterinspiegel).

Auch stellten die Wissenschaftler einen direkten Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Erektionsproblemen sowie von Herzerkrankungen fest. Potenzstörungen erhöhten bei Männern, die vorher keine Herz-Kreislauf-Probleme gehabt hatten, das Risiko für eine ischämische Herzerkrankung (Durchblutungsstörung des Herzens) um das 1,6fache, für Herzversagen um das 8fache und für eine periphere Gefäßkrankheit (z.B. Arteriosklerose = Arterienverkalkung) um das 1,9fache. Insgesamt erhöhte sich das Risiko für irgendeine Art von Herz-Kreislauf-Erkrankung um 35% und das Sterberisiko um fast das Doppelte.

Litten die Männer schon vor der Erhebung an einem Herz-Kreislauf-Problem, dann wurde das Risiko durch die erektile Dysfunktion bei einer ischämische Herzerkrankung um das 1,7fache, für Herzversagen um das 4,4fache und für eine periphere Gefäßkrankheit um das 2,46fache gesteigert. Insgesamt erhöhte sich das Risiko für irgendeine Art von Herz-Kreislauf-Erkrankung um 64% und das Sterberisiko um mehr als das Doppelte.

Mit anderen Worten: Männer mit Potenzstörungen bekommen nicht nur eher einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Sie versterben auch früher. Mediziner meinen nun, dass man mit dem direkten Zusammenhang zwischen erektiler Dysfunktion und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorsichtig sein sollte, weil die Abhängigkeiten durch diese Studie nicht klar bewiesen werden. Sie betonen aber auch, dass Potenzschwierigkeiten zumindest ein erster Warnhinweis auf Herzkrankheiten sein können, weil die Ursache - Störungen der Durchblutung - die gleichen sein könnten. Und deshalb raten sie bei Impotenz dazu, auch das Herz untersuchen zu lassen.

Berliner Ärzteblatt 31.01.2013/ Quelle: PLOS Medicine

Weitere Informationen:
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