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Die Samenqualität wird offensichtlich vom Umfang der sportlichen Betätigung beeinflusst (Foto: Gerald B. / pixelio.de)
Die Samenqualität wird offensichtlich vom Umfang der sportlichen Betätigung beeinflusst (Foto: Gerald B. / pixelio.de)
Warum Coach-Potatoes weniger zeugungsfähig sind

Bewegung scheint die Zeugungsfähigkeit zu beeinflussen. Eine Untersuchung hat heraus gefunden, dass junge Männer, die Sport betreiben und regelmäßig trainieren eine höhere Spermienzahl aufweisen wie solche, die regelmäßig vor dem Fernsehen hocken.

Schon im Jahre 1999 hat das Institut für angewandte Toxikologie und Umwelthygiene an der Universität Oldenburg im Auftrag des WWF einen Bericht (Rü̈ckgang der Spermienqualität in Deutschland und Europa) verfasst, der sich mit der zurückgehenden Zeugungsfähigkeit auseinandersetzt. Dabei weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass sich sein etwa fünf Jahrzehnten die Spermienqualität bei Männern auf der ganzen Welt verringert. So wurde in mehreren Studien ein Rückgang der Spermiendichte von 113x106/ml auf 66x106/ml in 1991 - also fast eine Halbierung - aufgezeigt. Mit der Abnahme der Spermienqualität wurde zugleich eine Zunahme - man spricht von einer Verdoppelung - von Hodenkrebs und Fehlbildungen des männlichen Genitaltraktes wie Kryptorchismus (Hodenhochstand) und Hypospadie (Harnröhrenspalte = angeborene Mißbildung der Harnröhre) festgestellt.

Über die Gründe dieser Entwicklung können die Wissenschaftler nur Vermutungen anstellen, Belege gibt es kaum. Als Ursachen werden Umweltfaktoren (Chemikalien - z.B. Östrogen wirksame Pestizide, Phthalate oder polychlorierte Biphenyle), soziale Faktoren (Alkohl, Tabak, Bekleidung) und die Ernährung (z.B. fettes Essen) genannt. Die neue Studie hat jetzt untersucht, inwieweit sich Bewegung oder vieles Sitzen auf die Spermienqualität auswirken.

Beobachtet wurden 189 Männer im Alter von 18 - 22 Jahren. Dabei wurde vor allem deren körperliche Aktivitäten ermittelt. Diejenigen, die sich am meisten sportlich betätigten - mehr als 15 Stunden in der Woche - hatten eine um 73% bessere Samenqualität als diejenigen, die sich am wenigsten bewegten - weniger als fünf Stunden in der Woche.

Männer, die am meisten Fernsehen schauten (mehr als 20 Stunden in der Woche) verfügten eine um 44% geringere Spermienkonzentration als diejenigen, die am wenigsten in die Glotze schauten (0 Stunden pro Woche). Die Wissenschaftler stellten auch fest, dass Fernsehen alle Vorteile von körperlichem Training zunichte machte. Die Beweglichkeit der Spermien war davon nicht betroffen.

Bleibt die Frage, ob es bestimmte Sportarten gibt, die die Samenqualität besonders fördern. Beantworten können Wissenschafter diese Frage noch nicht, obwohl es Hinweise gibt, dass bestimmte sportliche Aktivitäten eher kontraproduktiv sein können.

Berliner Ärzteblatt 04.02.2013/ Quelle: Br J Sports Med 2013;0:1–7
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