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Eltern, die auch nach der Trennung im Gespräch bleiben, helfen der körperlichen und seelischen Gesundheit ihrer Kinder (Foto: rico kühnel/ pixelio.de)
Eltern, die auch nach der Trennung im Gespräch bleiben, helfen der körperlichen und seelischen Gesundheit ihrer Kinder (Foto: rico kühnel/ pixelio.de)
Nach der Scheidung im Gespräch bleiben: Erhält die Kinder gesund

Eine Scheidung bedeutet für fast jedes Kind einen tiefen Einschnitt. Studien belegen, dass sich eine Scheidung auf die psychische und physische Gesundheit des Kindes auswirkt. Manchmal reichen diese Gesundheitsschädigungen bis ins Erwachsenenalter. Das lässt sich offensichtlich vermeiden. Denn eine neue Untersuchung zeigt, dass Scheidungskinder kaum negative Gesundheitsfolgen zu fürchten haben, wenn die Eltern auch nach der Trennung weiterhin kommunizieren.

Psychologen sagen immer wieder, dass eine Beziehung voller Stress und Konflikte und ohne einen liebevollen Umgang miteinander auf Dauer die körperliche und psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen wahrscheinlich mehr schädigt, als eine geglückte Trennung. Die Scheidung stelle nicht das Problem dar, sondern der Umgang damit und miteinander danach. 

Entscheidend sei das Verhalten der Ex-Partner zueinander und ob sie noch miteinander redeten. Das kann dramatische Folgen für die Kinder haben. Scheidungskinder, deren Eltern die Kommunikation nach der Trennung abbrachen, erkrankten dreimal häufiger an einer Erkältung als diejenigen, bei denen die geschiedenen Partner weiterhin Kontakt hielten und im Gespräch blieben. 

Untersucht wurden an der Universität von Pittsburgh 201 gesunde Freiwillige im Alter von 18 bis 55 Jahren. Bei allen hatten sich in der Kindheit die Eltern getrennt. Wenn die Eltern die Kommunikation nicht abbrachen, erkrankten die Kinder nicht häufiger an Infektionen als Kinder aus intakten Familien. 

Woran es liegt, dass Scheidungskinder vermehrt unter körperlichen  Beeinträchtigungen leiden, erklären Wissenschaftler mit dem Stress, dem sie durch den Trennungsprozess ausgesetzt sind. Das schadet dem Immunsystem der Kinder und lässt Entzündungen schneller entstehen. Scheidungskinder bekommen öfter Asthma, erkranken im Erwachsenenalter eher an Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs. Das Leiden der Seele offenbart sich in häufiger auftretenden Schulproblemen, in Verhaltensauffälligkeiten, Ängstlichkeit und Depressionen. Als Erwachsene erkranken sie öfter an psychischen Krankheiten und lassen sich eher selbst scheiden. 

Psychologen raten Eltern, die ihre Kinder langfristig von negativen Folgen der Trennung schützen wollen, miteinander zu kooperieren. Und stressfrei miteinander zu reden. 

cs 8.6.2017/ Quelle: PNAS 

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