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In Stresssituationen zeigen Frauen eher Verständnis, Männer gehen eher auf Konfrontation (Foto: Rike/ pixelio.de)
In Stresssituationen zeigen Frauen eher Verständnis, Männer gehen eher auf Konfrontation (Foto: Rike/pixelio.de)
Stress verändert soziales Verhalten von Frau und Mann - aber unterschiedlich

Stress wirkt sich vollständig anders auf Frauen und Männer aus. So verbessert akuter psychosozialer Stress bei Frauen soziale Fähigkeiten und Empathie (Bereitschaft eine andere Person zu verstehen). Männer reagieren auf Stress dagegen mit höherer Egozentrizität. Oder anders ausgedrückt: In Stresssituationen zeigen Frauen eher Verständnis, Männer gehen dagegen eher auf Konfrontation.

Psychologen sagen, dass die Fähigkeit, sich in andere Personen emotional und gedanklich hineinversetzen zu können. entscheidend für erfolgreiche soziale Interaktionen und damit für das Zusammenleben generell aber auch für Mann und Frau ist. Zum Beispiel kennen wir alle das Gefühl, wie schwer es uns fallen kann, Person zu verstehen, deren Einstellungen und Sichtweisen sich von unseren eigenen unterscheiden. Stress beeinflusst diese soziale Verhalten. Doch wie genau, fragen sie Psychologen, wenn Menschen und Tiere bei Stress entweder eine Kampf- oder Fluchtreaktion zeigen?

Ein Forschungsteam von den Universitäten Wien, Freiburg und Trriest untersuchte 40 Männer und 40 Frauen in einem Verhaltensexperiment, in dem eine starke Stresssituation hergestellt wurde: Die TeilnehmerInnen mussten eine öffentliche Präsentation halten sowie anspruchsvolle Rechenaufgaben unter Zeitdruck lösen. Dass diese Situation tatsächlich Stress auslöste, belegte der Anstieg der Pulsfrequenz sowie des Stresshormons Cortisol.



Anschließend wurden die Versuchspersonen verschiedenen Situationen und Aufgaben ausgesetzt. Dabei reagierten Frauen und Männer jedes Mal vollkommen entgegengesetzt. Frauen konnten unter Stress besser zwischen selbst- und fremdbezogenen Emotionen und Kognitionen unterscheiden, und waren dadurch in der Lage, empathischer auf andere Personen zu reagieren. Männer hingegen zeigten ein Verhaltensmuster, das sich an dem klassischer Kampf- oder Fluchtreaktionen orientierte. Dies führte dazu, dass sie unter Stress höhere Egozentrizität und verminderte Empathie zeigten.



Eine ganz genaue Erklärung, warum Frau und Mann ihr soziales Verhalten unter Stress so vollkommen anders ausrichten, können die Wissenschaftler nicht liefern. Aber es gibt Annahmen, die Ursachen in hormonellen Prozessen suchen. Erklärt Claus Lamm von der Universität Wien: "Neben möglichen erziehungsbedingten und kulturellen Einflüssen müssen auch biologische Erklärungen berücksichtigt werden. Auf der physiologischen Ebene stellt dabei insbesondere das Oxytocinsystem eine mögliche Einflussvariable dar. Frauen zeigen unter Stress eine höhere Oxytocinausschüttung als Männer, und es ist bekannt, dass Oxytocin auch einen starken Einfluss auf soziale Interaktionen aufweist." 



Berliner Ärzteblatt 19.03.2014/ Quelle: Psychoneuroendocrinology

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