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Gerichtsurteil: Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf Behandlung mit Mistelpräparaten bei der Krebstherapie (Foto: project photos)
Mistelbehandlung bei Krebstherapie: Kassen müssen zahlen

Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass Mistelpräparate als „ergänzende Krebstherapie“ verordnet werden können und somit erstattungsfähig sind.

Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf die Behandlung mit homöopathischen und anthroposophischen Mistelpräparaten bei der Krebstherapie. Bisher übernahmen die Kassen lediglich die Kosten für eine palliative Tumortherapie. Nachdem die Revision beim Bundessozialgericht gegen ein entsprechendes Urteil zurückgezogen wurde, steht fest, dass homöopathische und anthroposophische Mistelpräparate auch zur "ergänzenden Krebstherapie", z. B. zur Nachbehandlung einer Chemotherapie, verordnet werden können.

Damit gilt die Misteltherapie innerhalb der Besonderen Therapierichtungen als Standard bei der Krebstherapie und muss daher von der GKV erstattet werden, sagt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Er fordert: Jetzt müsse der Gemeinsame Bundesausschuss seinem gesetzlichen Auftrag nachkommen und für weitere schwere Erkrankungen die dringend notwendigen Therapiestandards auch innerhalb der Besonderen Therapierichtungen festlegen. Die im Markt befindlichen Arzneimittel der Besonderen Therapierichtungen hätten ihre Wirksamkeit und Unbedenklichkeit nach geltendem Recht nachgewiesen.

Dem Urteil des Sozialgerichts Dresden ging eine Klage einer Krebspatientin voraus, bei der im Januar 2005 ein Mammakarzinom entfernt worden war. Anschließend wurde die Patientin vier Monate mit einer begleitenden Chemotherapie und zwei Monate mit einer Strahlentherapie behandelt. Dem folgte eine für zwei Jahre geplante Hormontherapie. Im Mai 2005 beantragte die Klägerin bei ihrer Krankenkasse die Behandlung mit dem anthroposophischen Mistelpräparat. Das Arzneimittel sollte bei der Klägerin zur Unterstützung des Immunsystems während der Krebstherapie wegen erhöhter Infektanfälligkeit eingesetzt werden. Die Krankenkasse lehnte die Übernahme der Kosten für die Behandlung mit dem Mistelpräparat ab.

WANC 03.04.07

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