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Beipackzettel
Gebrauchsinformationen von Medikamenten: Statt Aufklärung Verunsicherung
Beipackzettel: Unübersichtlich, unverständlich, unlesbar

Die aktuell im Arzneimittelmarkt befindlichen Gebrauchsinformationen sind weder lesbar noch verständlich. Nahezu jeder dritte Patient fühlt sich durch die Packungsbeilage verunsichert.

"Es gibt nicht nur Risiken und Nebenwirkungen von Medikamenten, sondern auch von Packungsbeilagen", warnt Prof. Dr. Edda Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Um Risiken zu vermeiden, müssten Packungsbeilagen übersichtlich, lesbar und leicht verständlich sein. Die Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeige, dass Packungsbeilagen diesen Verbraucherbedürfnissen nicht gerecht werden, weil gesetzliche Vorgaben nicht richtig umgesetzt werden.

Das WIdO hat in seiner Studie unter anderem die Beipackzettel der 100
verordnungsstärksten Arzneimittel unter die Lupe und ließ diese von 70 gesetzlich Krankenversicherten im Hinblick auf Lesbarkeit und Verständlichkeit bewerten. Zusätzlich wurden 1.900 Versicherte über ihre Einstellung zu Packungsbeilagen befragt.

Die Ergebnisse: Einerseits schätzen die befragten Verbraucher die Gebrauchsinformation in ihrer überwiegenden Mehrheit als wichtige Informationsquelle zum Arzneimittel ein und lesen sie auch in den allermeisten Fällen. Gleichzeitig fühlt sich jedoch jeder dritte Verbraucher durch die Packungsbeilage verunsichert, und 28 Prozent der Befragten geben an, ein Medikament schon einmal aufgrund der Informationen der Packungsbeilage abgesetzt oder gar nicht erst genommen zu haben.

Insgesamt halten 42 Prozent der Verbraucher Packungsbeilagen für zu lang, 20 Prozent für unverständlich und 17 Prozent halten die Schriftgröße für zu klein. Keiner der untersuchten Beipackzettel hatte die geforderte Mindestschriftgröße von acht Punkt Didot. Auch war über ein Viertel der Fremdwörter nicht übersetzt.


Der vzbv und der AOK-Bundesverband fordern das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf, sich bei der Erstellung und Genehmigung von Beipackzetteln an seine eigenen Empfehlungen zu halten. Diese schreiben vor: "Die Informationen sind in einfacher, dem Durchschnittspatienten verständlicher Sprache abzufassen. Fachwörter sind ins Deutsche zu übersetzen... Abkürzungen sowie überlange Sätze sollen vermieden werden." 

WANC 04.11.05
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